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Jubiläum von „De Flo“40 Jahre Nachhaltigkeit und zweite Chancen

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Viele Menschen stehen auf den Stufen einer Treppe. An der Treppe hängen Luftballons und eine Wimpelkette.

Mitarbeiter des SKM und Beschäftigte im „De Flo“ posieren auf der Treppe am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag.  

Das Sozialkaufhaus „De Flo“ des SKM an der Florastraße 114–122 in Nippes wurde 1986 gegründet – und leistet überaus nützliche Arbeit.

„Die Menschen werden hier nicht nach ihrer Arbeitsleistung bewertet. Sie sollen Stabilität und Teilhabe erfahren, ohne ständig das Gefühl zu bekommen, nicht zu genügen“, betont Claudia Litzinger, Geschäftsführerin von „De Flo“, der Beschäftigungshilfe unter dem Dach des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM) an der Florastraße 114-122.

Viele der Menschen im Projekt waren seit langer Zeit arbeitslos, hatten gesundheitliche Probleme, eine Suchterkrankung hinter sich, waren obdachlos oder ohne berufliche Qualifikation. Andere haben zwar einmal einen Beruf gelernt, können daran aber nach Jahren ohne Arbeit nicht mehr anknüpfen. Deshalb geht es hier darum, zunächst einmal wieder in den Rhythmus des Arbeitens zu finden – mit einer geregelten Tagesstruktur und der schrittweisen Übernahme von Verantwortung für Arbeitsprozesse. 

Verkauf von Möbeln, Hausrat und Bekleidung im De Flo in Köln-Nippes

Schon seit 1986 besteht die Institution, die in den vergangenen Jahren mit der Erweiterung ihrer Räume einen großen Aufschwung erlebt hat. Das feierte die Einrichtung nun bei einem Hoffest mit kleinem Tag der offenen Tür. „Heute ist De Flo Teil eines noch größeren Gedankens: Wohnen, Begegnung und Beschäftigung an einem Ort“, sagt Elisabeth Quiske, Vorstandsvorsitzende des SKM Köln. 

Stühle, Tische und Schränke stehen in einem großen Raum.

Im De Flo in der Florastraße gibt es gebrauchte Möbel zu kaufen. Den Laden führen Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt wenig Chancen haben.

Die Einsatzgebiete der Teilnehmenden sind vielfältig – und überaus nützlich: So hat De Flo etwa die Aufarbeitung und den Verkauf von Möbeln und Hausrat, Bekleidung und Accessoires im Angebot. Es gibt auch eine Holzwerkstatt sowie einen Service für Wohnungsauflösungen. Auch die „Kölner Feger“ sind Teil des Projekts: Fünf Tage in der Woche reinigen sie die Straßen in Köln und beseitigen dabei unter anderem Spritzen und andere Hinterlassenschaften des Drogenkonsums.

Was dabei entsteht, ist mehr als eine Tagesstruktur: Die Arbeit ist sichtbar. Eine Wohnung wird geräumt, ein Möbelstück aufgearbeitet, Kleidung weiterverkauft oder eine Straße wieder sauber. Für Menschen, die lange Zeit erlebt haben, dass von ihnen vor allem Defizite gesehen werden, kann genau das einen Unterschied machen.

Auch dem Thema Nachhaltigkeit hat sich De Flo bereits verschrieben, als das Schlagwort noch längst nicht in aller Munde war: Laut Berechnung der Institution werden allein durch die Wiederverwertung gespendeter Kleidung, Möbel und Hausrat durchschnittlich 368,7 Kilogramm CO₂ pro Tag gegenüber einem Neukauf all dieser Dinge eingespart.

Ein Meilenstein für De Flo war von 2019 bis 2021 die Erweiterung und Aufstockung des früheren Nachkriegsgebäudes, das im Frühjahr 2022 seine Neueröffnung feierte. Entstanden sind 37 öffentlich geförderte Wohneinheiten für ehemals wohnungslose Menschen und Menschen mit psychischen oder suchtbezogenen Beeinträchtigungen, plus Seminar- und Begegnungsflächen. Auch das „Café Flora“ im Erdgeschoss kam hinzu, der Second-Hand-Laden „Bella Flora“ bekam schönere Räumlichkeiten.