Stephan Osinski war fast 30 Jahre in der OT Werkstattstraße tätig und prägte die Einrichtung zuletzt als Leiter. Der 64-Jährige wurde jetzt verabschiedet.
Jugendtreff in NippesLangjähriger Leiter bekommt Blumen und Bademantel zum Abschied

Ein Abschiedsgeschenk des Teams: OT-Mitarbeiterin Erika Knauer überreicht Stephan Osinski einen Bademantel, mit den Autogrammen vieler Gäste.
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Er könne inzwischen perfekt einen Doppelachter-Knoten knüpfen, um sich überall abseilen zu können, verriet Johannes Rix, der langjährige Leitungskollege von Stephan Osinski im Jugendzentrum OT Werkstattstraße. „Ich habe durch ihn gelernt, dass man ganz viel zulassen und über Grenzen hinauswachsen kann, von denen man nur denkt, dass man sie hat. Es gibt keine Probleme, sondern nur Lösungen – und es hilft immer, ein wenig größer zu denken.“
Er erinnerte an gemeinsame Touren mit den Jugendlichen ins Siebengebirge, nach Bad Godesberg sowie an die Sieg, mit Übernachten unter freiem Himmel. „Was Stephan ausmacht, ist seine kategorische und bedingungslose Hilfsbereitschaft.“ Auch die evangelische Nippeser Pfarrerin Miriam Haseleu gratulierte dem 64-jährigen Pädagogen, der nun in den Ruhestand geht. „Du hast ganz viel beigetragen, ohne Dich gäbe es unzählige Sachen nicht. Dein Herz schlägt für die Jugendarbeit; danke, dass Du sie jahrelang gemacht hast.“
Fast 30 Jahre war Osinski in der OT Werkstattstraße in Nippes
Der kleine Feierraum mit Balkon in der ersten Etage des Jugendclubs war brechend voll: Rund 40 Gäste, darunter Teams aus befreundeten Jugendzentren, der Evangelischen Kirchengemeinde als Einrichtungsträger, aus der Nachbarschaft sowie dem übrigen Veedel, feierten mit Stephan Osinski seinen Abschied. 1996 war er vom Gemeinwesenzentrum Weidenpesch in die OT Werkstattstraße gekommen; nie hätte er gedacht, dass es fast 30 Jahre werden sollten. Ende Februar hatte er seinen letzten offiziellen Arbeitstag. „So viele Menschen aus der Nachbarschaft kamen immer wieder kurz herein, um Stephan Hallo zu sagen – und ich denke, das kommt nicht von ungefähr“, erzählte OT-Teammitglied Erika Knauer.
Viele Angebote initiiert und aufgebaut
„Johannes und ich wurden das dienstälteste Team in Kölner Jugendclubs“, blickt Osinski schmunzelnd zurück. Er baute unter anderem das Koch- und Breakdance-Angebot sowie die Fahrradwerkstatt des Hauses mit auf und gehört zu den Mitbegründern der Sommerferien-Kinderstadt „Mini-Nippes“. Nachdem das alternative Kölner Straßenfest „Tag des Guten Lebens“ 2023 in Nippes Station gemacht hatte, organisierte er mit der Nachbarschaft das Nachfolgefest „Auf die Straße, Veedel, los“, das seitdem jährlich stattfindet.
Besondere Meilensteine waren der Flüchtlingszulauf ab 2015, als die Initiative „Willkommen in Nippes“ und das „Café International“ in Zusammenarbeit mit dem Jugendclub loslegten, sowie der Zustrom aus der Ukraine nach der russischen Invasion 2022. „Lieber Träger, dankeschön – ich hatte die tollste Zeit hier“, richtete Osinski seine Worte an die Kirchengemeinde. Wie er andeutete, will er dem Zentrum verbunden bleiben und sich weiter bei Festen und Feiern engagieren – auch im Ruhestand.

