Seit das Drachenhaus im Kölner Zoo eröffnet ist, sind dort zwei seltene Echsen zu sehen. In sozialen Medien sorgt das für Fragen und Kritik.
NachgefragtIst das Gehege der neuen Komodowarane im Kölner Zoo artgerecht?

Die Komodowarane sind erst seit Kurzem im Kölner Zoo zu sehen.
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Vor einer Woche hat das neue Drachenhaus im Kölner Zoo seine Tore für Besucher geöffnet. Zu sehen sind unter anderem zwei Komodowarane. Sie gehören nicht nur der größten Echsenart der Welt an, sondern sind auch ziemlich gefährlich – und vom Aussterben bedroht. Ihr natürlicher Lebensraum liegt in Indonesien.
Seit Kurzem leben nun ein Männchen und ein Weibchen dieser Art im Kölner Zoo. Wir berichteten, auch in den sozialen Medien. Dabei entstanden einige neue Fragen, unter den Nutzern wurde außerdem Kritik laut. Wir haben beim Kölner Zoo nachgefragt.
Wurden die Tiere tatsächlich in Zoos geboren?
„Ja“, sagt Christoph Schütt, Sprecher des Kölner Zoos. Beide Komodowarane seien in Zoos geboren worden: das Weibchen im Leipziger Zoo, das Männchen im Randers Regnskov Zoo in Dänemark. Wildfänge gäbe es schon seit vielen Jahren nicht mehr, so Schütt.
Sollen mögliche Nachzuchten ausgewildert werden?
Das erklärte Ziel des Kölner Zoos ist zunächst, dass sich die beiden Tiere fortpflanzen. Sollte es Nachwuchs geben, werde dieser – wie schon seine Eltern – an einen anderen Zoo weitergegeben. Wohin das Tier kommt, werde auf Grundlage des sogenannten Europäischen Erhaltungszuchtprogramms entschieden.
Die Weitergabe unterliegt dabei strengen Kriterien. Der Verband der zoologischen Gärten erklärt das Programm auf seiner Website: „Die teilnehmenden Zoos verpflichten sich, ihren Tierbestand zu managen, Daten über ihre Tiere zu sammeln, sorgfältig Fortpflanzung zu planen, um Inzucht zu vermeiden, und gegebenenfalls Tiere für die Zucht an andere Zoos abzugeben.“
Im Kölner Zoo sei die Auswilderung eher ein Zukunftsprojekt, sagt Schütt. Dafür müsse genau bekannt sein, wo und unter welchen Bedingungen die Tiere sicher in die Wildnis entlassen werden können. „Dafür braucht es noch ganz viel Forschung“, so Schütt.
Ist das Gehege überhaupt artgerecht?
Für die Haltung von Waranen, und ganz besonders für Komodowarane, gelten für Privatpersonen und zoologische Gärten strenge gesetzliche Vorgaben zur Größe und Beschaffenheit der Unterbringung. Und das Gehege im Kölner Zoo? Das entspreche den Richtlinien von Bund und Land, so der Vertreter des Zoos. Ob diese auch wirklich eingehalten werden, würde regelmäßig kontrolliert, etwa durch das Veterinäramt.
Bei der Planung seien die biologischen Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt worden. Dazu gehörten unter anderem ausreichend Platz, Beschäftigungsmöglichkeiten, Erde zum Graben, Steine zum Abwetzen der Krallen, Rückzugsmöglichkeiten und eine ordentliche Temperaturregulierung. Im Winter werde die Anlage beheizt, außerdem sei sie entsprechend bepflanzt. „Der Platz reicht aus für Stoffwechsel und Bewegung“, sagt Schütt. Bei der 200 Quadratmeter großen Anlage handele es sich zudem um eine der größten Anlagen für Komodowarane weltweit, erklärt er. Den Tieren gehe es dort gut, so Schütt. Generell hätten es einige Tiere in modernen Zoos heutzutage sogar besser als in der Wildnis, die durch menschliches Hinzutun neue Gefahren mit sich bringe.
Aber warum werden die Komodowarane überhaupt in Köln gehalten, wenn ihr natürlicher Lebensraum doch eigentlich in Indonesien liegt?
Schütt erklärt dazu: „So können wir die Tiere beobachten: Wie ist ihre Biologie? Was fressen sie?“ Die wissenschaftliche Beobachtung der Tiere helfe dabei, mehr über die Tiere herauszufinden und daraus dann auch abzuleiten, was zu ihrem Schutz getan werden könne.
Zum Beitrag des Kölner Zoos zum Artenschutz gehöre außerdem die Bildungsarbeit. Komodowarane würden teilweise auch bejagt, weil sie als gefährlich für Menschen gelten. Diese Arbeit solle dazu beitragen, Menschen zu vermitteln, welche Bedeutung die Tiere für das Ökosystem haben und warum ihr Schutz wichtig ist. So wolle der Zoo auch für Arten- und Umweltschutz sensibilisieren.
