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Abschied in NippesLangjährige Wegbegleiterin verlässt das Handwerkerinnenhaus

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Eine Frau in rosa Hemdbluse mit Weste darüber steht an einem Stehtisch draußen in einem Garten und spricht in ein Mikrofon.

Christiane Lehmann richtet ihre Worte an die Gäste der Abschiedsfeier.

29 Jahre war Christiane „Nane“ Lehmann im Handwerkerinnenhaus aktiv, davon 16 Jahre als Vorständin. Nun feierte sie mit vielen Gästen ihren Abschied.

Am Schluss des offiziellen Programms ergriff Christiane Lehmann selbst das Wort. „Ich bin unendlich dankbar für die Möglichkeit, Mädchen und Frauen in all ihrer Individualität begleitet zu haben, Ungerechtigkeiten zu überwinden und die Mädchen ihren Weg gehen zu lassen“, verkündete sie den rund 100 Gästen auf dem Hof des Handwerkerinnenhauses. „Von Beginn an hat dieser Verein mein Leben geprägt, bis ins Private hinein. In meiner Tätigkeit fand ich es immer wieder beeindruckend, zu sehen, wie schnell Mädchen in die ihnen zuvor unbekannte handwerkliche Materie eintauchen.“ Sie gehe aber nicht ohne Sorgen, die jedoch eher gesamtgesellschaftlicher Natur sind: wegen des zunehmend zu beobachtenden „Rollbacks“ bei Geschlechter- und Partnerschafts-Rollen, der drohenden Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit und der zunehmenden Gewalt gegen queere Personen.

Im Jahr 1997 war die heute 66-jährige Lehmann, die hier alle „Nane“ nennen, als damalige ABM-Kraft zum Handwerkerinnenhaus im historischen, nach Nippes versetzten Worringer Bahnhof an der Kempener Straße 135 gekommen. Damals galt es, einen Anbau ans Gebäude für eine Mädchen-Werkstatt zu errichten, den sie selbst mitbaute und später half aufzustocken. Zu jener Zeit beschloss der Verein außerdem, neben seiner handwerklichen Bildung für Frauen noch stärker auf Angebote für Mädchen zu setzen. Jene entwickelte Lehmann mit – und blieb bis zu ihrem jetzigen Eintritt in den Ruhestand beim Projekt „Pfiffigunde“ aktiv, einem primär-präventiven Angebot für Mädchen, die von Schulmüdigkeit und -verweigerung bedroht sind. Rund 2000 Mädchen, dazu trans-, intergeschlechtliche und nonbinäre Jugendliche, durchliefen in 29 Jahren die Kurse. 

Eine Gruppe Frauen steht und sitzt in einem Garten.

Christiane Lehmann (mit Blumenstrauß) im Kreise ihrer Mitstreiterinnen vom Handwerkerinnenhaus.

NRW-Familienministerin Schäffer kam zur Verabschiedung nach Nippes

Nun bereitete ihre Einrichtung der langjährigen Mitstreiterin eine bewegende Abschiedsfeier; unter den Anwesenden war viel politische Prominenz aus Landtag, Rat, Bezirksvertretung und Verwaltung, darunter die NRW-Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration, Verena Schäffer, die das Handwerkerinnenhaus als ins ganze Land ausstrahlende Einrichtung würdigte. „Es gibt Momente, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge ganz eng verbunden sind, und ein solcher ist heute“, so Co-Vorständin Ramona Klingenhoff. „Du bist eine Frau mit vielen Talenten, Leidenschaft, Tatkraft und einem offenen Geist – und hast dieses Haus mitgeprägt, mitgestaltet und ihm ein ganz großes Stück Persönlichkeit geschenkt.“ Ungeachtet ihrer Auszeichnungen – so gewann sie 2024 den städtischen Else-Falk-Preis für Gleichstellung – sei sie immer bescheiden geblieben.