Vier junge Gastronomen führen seit April die Kölschkneipe „Schill-Eck“. Die Vorgänger Monika und Siggi Brendel setzten sich zur Ruhe.
Institution im VeedelIm Nippeser „Schill-Eck“ geht es weiter – dank jungem Quartett

Luisa Schmitt und Thomas Lehnen, zwei der vier jungen Inhaber/-innen, die das „Schill-Eck“ übernommen haben.
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Die Entscheidung, das „Schill-Eck“ an der Neusser Straße 325a/Ecke Schillstraße weiterzuführen, fiel den vieren leicht. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Luisa Schmitt an den Moment, als das Neu-Inhaberquartett die damals geschlossene Eckkneipe erstmals besichtigte. „Wir kamen herein – und dachten uns: Das ist es.“
Sie hat das Zeug zur gastronomischen Nippeser Sensation und guten Nachricht des Jahres zu werden – neben dem zum Jahresende geschlossenen Bistro „Rosenrot“, wo es in Kürze unter dem neuen Namen „Übermorgen“ ebenfalls weitergeht: Seit 1. April, und nur drei Tagen Schließungszeit, führt Schmitt das seit 1979 etablierte „Schill-Eck“ zusammen mit Thomas Lehnen, Marc Gifhorn und Lola Lödige weiter.

Das Schill Eck in Köln-Nippes
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Das Wirtspaar Monika und Siggi Brendel hatte sich nach fast fünf Jahrzehnten im Laden zur Ruhe gesetzt. Die zu Beginn 21-jährige Monika Brendel galt ihrerzeit als „jüngste Wirtin Kölns“, ihr Mann Siggi kam später hinzu. Die Nachricht vom bevorstehenden, vermeintlichen Aus des Traditionslokals hatte im Veedel für Bestürzung gesorgt.
Vier langjährige Freunde
Schmitt, Gifhorn und Lödige arbeiten schon länger im „Alcazar“ im Belgischen Viertel zusammen – und hatten Lust, in einem weiteren Laden aktiv zu werden. Sehr gerne in einer richtigen Eckkneipe. „Die drei brauchten noch jemanden mit handwerklichem Geschick – und da kam ich ins Spiel“, so Lehnen. Alle vier sind schon lange befreundet; Luisa Schmitts inzwischen verstorbener Vater betrieb einst die „Ubierschänke“, wo sie Teilinhaberin ist. „Auch ich bin dort großgeworden, es ist einfach der familiäre Treffpunkt im Veedel.“
Über einen Getränke-Lieferanten kam der Kontakt zum Vermieter der Schill-Eck-Räume zustande; genau an Aschermittwoch setzten sie sich mit ihm zusammen – und ruckzuck war der Vertrag unterschrieben. Kurz danach ging es bereits weiter in der Nippeser Institution. „Es war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten, einfach weiter aufzumachen“, betont Schmitt. „Denn wenn man lange umbaut, könnte man Gäste verlieren.“
In Nippes geht es unkompliziert zu
Der Einstieg fiel leicht, sagen die beiden. Wie lange man gebraucht hätte, um sich auf die Nippeser Charaktere einzustellen? „Das ging im Prinzip in zehn Minuten“, erinnert sich Lehnen lächelnd. Er liebt an Nippes die Durchmischung, das Unkomplizierte und das Nebeneinander über soziale Milieus hinweg. „Das Ganze ist auch ein Verdienst der Stammgäste, die uns Tipps gaben“, ergänzt Schmitt. Sie reparierten etwa den Bierfass-Aufzug, eine selten gewordene Spezialität des Lokals, und schlossen den Großbildfernseher zur FC-Übertragung draußen an. Inzwischen ist das Quartett fest in Nippes angekommen; auch personell wächst das Team des Ladens.
Dass das Reissdorf-Kölsch direkt aus dem Fass gezapft wird, und nicht durch eine Leitung kommt, ist ebenfalls längst nicht mehr überall der Fall. Als zweites „offenes“ Bier gibt es nun Münchner Helles von Augustiner. Geöffnet ist dienstags bis samstags ab 15 Uhr, mit offenem Ende. Derzeit ist der Montag noch Ruhetag – aber natürlich nicht dann, wenn der 1. FC Köln spielt, so wie neulich zur DFB-Pokal-Auftaktrunde. „Wir sind eine FC-Kneipe durch und durch. Wenn er spielt, ist hier alles rappelvoll.“
