Das neue Schild hängt, das alte ist überklebt. Wer hinter dem Namen steckt – und warum die Änderung vielen wichtig ist.
Offizielle UmbenennungKöln überklebt kolonialen Straßennamen – wer jetzt geehrt wird

König Jean-Yves Eboumbou Manga Bell (l.) bei seiner Ansprache zur nun offiziell vollzogenen Umbenennung der Straße zu Ehren einer seiner Vorfahren.
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Zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs entfernten das orangefarbene Klebeband von dem vor einem Jahr installierten neuen Schild der Manga-Bell-Straße in Köln-Nippes, und überklebten im Gegenzug den bisher gültigen Straßennamen Gustav-Nachtigal-Straße, der auf den früheren Reichskommissar für Westafrika verwies.
Zur Feier kam, neben Bürgermeisterin Derya Karadag und der Nippeser Bezirksbürgermeisterin Diana Siebert, eine große kamerunische Delegation sowie Verwandte von Emily und Rudolf Douala Manga Bell, nach denen die Straße benannt ist. Darunter Jean-Yves Eboumbou Manga Bell, direkter Nachfahre des einstigen Oberhaupts des Douala-Volkes, der 1914 von den deutschen Kolonialherren wegen seines friedlichen Einsatzes für die Interessen der Douala hingerichtet wurde.
Er wünsche sich, dass die Straße nicht nur ein Ort des Vorbeigehens, sondern des Erinnerns und Innehaltens werde, der in die Zukunft weise, so Manga Bell. Die Namenspatenschaft solle Köln und Douala, NRW und die Küstenregion Littoral, Deutschland und Kamerun sowie Europa und Afrika verbinden. Am kommenden Freitag um 16 Uhr wird am gleichen Ort das Denkmal „Manoka“ des kamerunisch-deutschen Künstlers Fabien Diffé Kamga enthüllt. Die Bezirksvertretung Nippes hatte 2024 eine Umbenennung beschlossen, 2025 den neuen Namen.
