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Spurensuche in KölnVeedelsgeschichte auf drei Kulturpfaden erwandern

Lesezeit 2 Minuten
Drei Männer und eine Frau sitzen um einen Tisch.

Im Faber's tüfteln Mitglieder der RIG an gleich drei neuen Kulturpfaden für Riehl.

43 Schautafeln sollen Spaziergängern die Geschichte des einstigen Kölner Vergnügungsviertels Riehl nahebringen.

Noch grübeln und tüfteln sie fleißig, die Mitglieder der kleinen, von der Riehler Interessengemeinschaft (Rig) initiierten Kultur- und Historien-Werkstatt. Doch schon in absehbarer Zeit soll auch Riehl einen Kulturpfad erhalten, der mittels Tafeln auf Bemerkenswertes aus der Stadtteilgeschichte sowie historische Bauwerke hinweist. Oder, besser gesagt, gleich drei Pfade, die auf unterschiedlichen Routen durch das Veedel verlaufen.

Die Texte zu den 43 einzelnen Stationen sind im Wesentlichen fertig; auch ein Grund-Layout für die Tafeln existiert. Nun geht es an die Feinabstimmung – und auch um die Frage, welche Zusatz-Informationen man über QR-Codes auf den Tafeln zur Verfügung stellen will, etwa weitere Bilder, Dokumente, Audio-Beiträge oder die Möglichkeit, sich den Text zur Station vorlesen zu lassen.

Treffpunkt im „Faber's“ in Köln-Riehl

Regelmäßig trifft sich die Runde im „Faber's“, dem neuen kleinen Veedels-Wohnzimmer  der Naumannsiedlung direkt am Naumannplatz. „Es fing im Zusammenhang mit dem Kulturpfad von Niehl an“, erinnert sich Joachim Brokmeier, Riehler Stadtteilchronist und Buchautor. „Wir entwickelten die Idee, so etwas auch für Riehl zu schaffen. Lange Zeit kam uns Corona dazwischen, aber seit einem halben Jahr sind wir wieder richtig dran.“ Walter Eumann vom „Runden Tisch Riehl“ begleitet die Arbeiten, das Technische, inklusive des Tafel-Layouts, übernimmt Biber Happe, Vize-Vorsitzender der Rig.

Wer die drei zukünftigen Kulturpfade erwandern will, braucht richtig Zeit: Der erste, „Das alte Riehl“, führt über 2,5 Kilometer und rund 45 Minuten Netto-Gehzeit durch die nördliche Hälfte des Stadtteils zwischen Stammheimer Straße, Riehler Gürtel und Barbarastraße. Der Rundgang „Vergnügen und Erbauung“ leitet über drei Kilometer und rund 60 Minuten Gehzeit durch das Zoo- und Floraviertel im Südteil von Riehl.

„Riehl am Rhein“, ist mit vier Kilometern und 75 Minuten reiner Gehzeit der längste Rundweg. Er führt unter anderem durchs Niederländer-Viertel, an Jugendgästehaus und Axa-Hochhaus vorbei sowie über das Areal der Sozial-Betriebe Köln (SBK). 43 Stationen sind insgesamt geplant; einige Attraktionen, die an Schnittpunkten der Routen liegen, sind Bestandteil von gleich zwei Rundwegen.

Der besondere Reiz der Riehler Geschichte liege in der großen Vergangenheit des Stadtteils, so Brokmeier – der einst das Haupt-Vergnügungsviertel Kölns war, mit Freizeit- und Vergnügungspark, unzähligen Gaststätten und einer Radrennbahn. „Riehl hat eine ganz lange und tolle Geschichte, aber viele kennen die Details nicht, etwa wo die einstige Radrennbahn lag“, weiß Brokmeier. „Wir wollen die Geschichte leicht verständlich herüberbringen.“ In Kürze will sich das Team auf Sponsorensuche für die Produktion und Anbringung der Tafeln begeben.

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