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FC-Renntag in KölnLange Warteschlangen für Autogramme

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Der FC-Renntag des Kölner Rennvereins auf der Pferderennbahn hatte tausende Besucher.

Der FC-Renntag des Kölner Rennvereins auf der Pferderennbahn hatte tausende Besucher. 

Bestes Wetter, dazu 10.000 Besucherinnen und Besucher: Der FC-Renntag auf der Pferderennbahn zog viele Menschen an.

Wenn Pferdesport auf Fußball trifft, dann ist FC-Renntag auf der Galopprennbahn in Weidenpesch. Rund 10.000 Menschen kamen am Ostermontag bei strahlendem Sonnenschein zu dem Familienfest, das der Kölner Renn-Verein 1897 und der 1. FC Köln zum 14 . Mal zugunsten der gemeinnützigen FC-Stiftung ausrichteten. Die Erlöse kommen sozialen Projekte zugute.

Zahlreiche Gäste tummelten sich schon lange vor der offiziellen Eröffnung auf dem Gelände. Darunter eine Frau aus Brühl und ihr erwachsener Sohn. Beide trugen FC-Schals. Dafür hatten sie am Eingang jeweils einen Wettjeton im Wert von zwei Euro bekommen, so wie alle volljährigen Besucher und Besucherinnen, die ihren Schal mitgebracht hatten.

Nach Wetteinsätzen war den beiden aber nicht zumute. Sie wollten einfach das Treiben genießen – und unbedingt bei der Tombola mitmachen, bei der es Preise wie etwa von FC-Spielern getragene Trikots, Schuhe und Handschuhe zu gewinnen gab.

Cheerleader beim FC-Renntag des Kölner Rennvereins auf der Pferderennbahn.

Cheerleader beim FC-Renntag des Kölner Rennvereins auf der Pferderennbahn.

Eine andere Frau, die seit Jahren zum FC-Tag kommt, zeigte sich eher an den Pferderennen interessiert. „Ich warte auf meine Chefin, die kennt sich da besser aus.“ Ihr selber sei es wichtig, sich vor jedem Start am Führring einen Eindruck von den Pferden zu verschaffen. „Am liebsten setze ich auf braune. Und sie dürfen nicht aufgeregt sein und nicht schwitzen.“

Viele blätterten in Broschüren mit dem Rennprogramm oder Sportzeitungen, andere versammelten sich vor einer großen Tafel, auf der die Pressevoraussagen angezeigt wurden.

Eine Besonderheit dieses Saisonstarts war die Einweihung der in einem zentralen Bereich sanierten Haupttribüne, die unter Denkmalschutz steht. In den zurückliegenden Monaten wurde die stählerne Tragkonstruktion des Vordachs, die aus der Zeit um 1900 stammt, mit Sandstrahlen behandelt und neu beschichtet. Außerdem erhielt sie ein neues Dach.

FC-Interims-Coach René Wagner gibt Autogramme.

FC-Interims-Coach René Wagner gibt Autogramme.

350.000 Euro hat die Instandsetzung gekostet, die der Förderverein der Sparkasse KölnBonn maßgeblich unterstützt hat. Weiteres Geld – 169.000 Euro – kamen von einem Denkmalschutz-Förderprogramm des Bundes. Die Sanierung sichere die Bausubstanz der historischen Tribüne, die am Ostermontag ausgebucht war, und sei eine Investition in die „Zukunftsfähigkeit“ der Galopprennbahn, so Philipp Hein, Geschäftsführer des Kölner Renn-Vereins.

„Absolut überragend“ nannte Eckhard Sauren, Präsident des Renn-Vereins, bei der Begrüßung den großen Anklang, den der FC-Renntag mit seinem „hochkarätigen Angebot“  finde. Im Laufe der Jahre sei über eine halbe Million Euro für die FC-Stiftung eingesammelt worden.

Die FC-Spielerinnen Marina Hegering und Amelie Bohnen geben Autogramme.

Die FC-Spielerinnen Marina Hegering und Amelie Bohnen geben Autogramme.

Auch der enorme Zuspruch bei den anstehenden Spielen der Kölner Haie und des FC zeichne Köln als „Sportstadt“ aus, sagte Sauren. Alles zusammengenommen lasse sich von einer „kleinen Bewerbung für Olympia“ sprechen. Oberbürgermeister Torsten Burmester dankte er dafür, „dass wir die Bundesmittel für die Haupttribüne bekommen haben“.

Ostern stehe „für Aufbruch, für frische Energie, für Miteinander, und das erleben wir heute“, sagte Burmester in seinem Grußwort und sprach von einer „Mischung aus Sport, Gemeinschaft und kölscher Lebensfreude“, an diesem besonderen Renntag verbunden mit sozialem Engagement.

Der Galopprennsport in Köln sei ein „Aushängeschild für die Stadt“ und der Renn-Verein etwas „Einzigartiges“, weil er die einzige Jockeyschule in Deutschland betreibe und seit 45 Jahren im Trainingszentrum Pferde ausbilde, „Pferde, die zur nationalen und internationalen Spitze gehören“.

Der 1. FC Köln und der Rennsport passten „einfach großartig zusammen“, denn „wir haben Ambitionen, wir haben Ausdauer, wir haben Kraft“, sage FC-Vizepräsident Ulf Sobek. Dabei schlug er eine Brücke zum Vortag, an dem der FC nach zwei Toren Rückstand doch noch ein 2:2 gegen Eintracht Frankfurt erzielte und damit einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf holte.

Schals schwenken zur Hymne

„Am Ende kommt es auf den Schlussspurt auf der Zielgeraden an. Den haben wir gestern bei unserem geliebten FC gesehen. Wir haben auch nach 69 Minuten nicht aufgegeben und sind zurückgekommen. Und so wollen wir weiter nach vorne gehen, um uns zum Klassenerhalt zu bringen.“

Danach strömten die Menschen zur großen Wiese zwischen Tribünen und Geläuf. Während der FC-Hymne schwenkten viele Fans ihre Schals, danach hielten sie sie für das große Gruppenfoto ausgebreitet vor sich.

Schon das erste von acht Rennen erwies sich als hoch spannend, weil Fast Angel nach 1600 Metern nur mit einem hauchdünnen Vorsprung vor Santa Catarina ins Ziel ging. Vor dem nächsten Wettkampf zeigten die FC-Cheerleader eine Show auf dem Geläuf. Eines der Hauptrennen war das hochklassig besetzte „Engel & Völkers Grand Prix Aufgalopp“.

Höhepunkt für die Fußballfans: die Autogrammstunde mit FC-Profis. Wer eines ergattern wollte, musste sich in die lange Warteschlange einreihen.

An den Autogrammtischen saßen außer Interims-Coach René Wagner die Spieler Cenk Özkarcar, Kristoffer Lund, Sebastian Sebulonsen, Felipe Chavez, Alessio Castro-Montes, Rav van den Berg und Isak Jóhannesson. Die FC-Frauen-Mannschaft war mit Marina Hegering, Amelie Bohnen, Zoe Hasenauer und Julia Schiffarth vertreten. Wer an diesem Tag auch nicht auf der Galopprennbahn in Weidenpesch fehlen durfte: Vereinsmaskottchen Hennes IX.