Abo

VerzögerungPanne bei Kölner Lichtern – Drohnenshow stand auf der Kippe

3 min

Die Kölner Lichter waren wieder spektakulär – zwischenzeitlich erschien aber nicht klar, ob alles nach Plan ablaufen kann.

Zehntausende Menschen haben die Kölner Lichter am Samstagabend (1. August) am Rheinufer verfolgt. Viele von ihnen hatten sich ihre Plätze bereits am Nachmittag gesichert, um einen guten Blick in den Nachthimmel über Köln zu haben. Es war erst die zweite Ausgabe des Spektakels nach einer mehrjährigen Pause, und zudem gab es eine große Neuerung: Erstmals ergänzte eine Drohnenshow das klassische Feuerwerk. Dabei hakte es jedoch zunächst etwas.

Rund 500 Drohnen waren akribisch auf ihren Start um 23 Uhr vorbereitet worden, damit sie als Einleitung des Himmelsschauspiels starten konnten. Der WDR schaltete in seiner Live-Übertragung noch kurz vor dem geplanten Startzeitpunkt zu dem abgesperrten Bereich am Rheinufer, wo die blinkenden Drohnen auf Plattformen auf das Signal warteten. Alles sei gut, erfuhr die WDR-Reporterin Estella Mazur. Der Timecode sei da, es könne losgehen.

Chef-Pyrotechniker Georg Alef wird nervös

Auch auf dem Schiff der Wasserwacht, auf dem sich Chef-Feuerwerker Georg Alef befand, sah zunächst alles gut aus. Alef, seit vielen Jahren für die Kölner Lichter verantwortlich, berichtete von den guten Vorbereitungen. Das Frachtschiff „Calisto“, auf dem er und seine Mitarbeitenden die Pyrotechnik vorbereitet hatten, lag bereit. Der Drohnenshow, für die die externe Firma Nocturne Drones verantwortlich ist, blickte er mit Spannung entgegen.

Dann wurde es 23 Uhr, und die Zuschauerinnen und Zuschauer schauten in den Himmel, auch der WDR zeigte das Kölner Panorama. Zunächst einmal passierte aber nichts. Es blieb dunkel, keine Drohne war zu sehen, auch die Musik erklang nicht. Nach einigen Minuten war klar: Es gibt Probleme. Der WDR schaltete zwischen den verschiedenen Reportern und Reporterinnen hin und her. Georg Alef sprach immer wieder in sein Funkgerät, live begleitet vom WDR. Schnell stellte sich heraus: Es traten doch Probleme mit dem Timecode bei den Drohnen auf, daher konnten sie nicht starten.

Chef-Pyrotechniker Georg Alef (Archivbild)

Chef-Pyrotechniker Georg Alef (Archivbild)

Ein Timecode beim Feuerwerk ist ein fortlaufendes elektronisches Zeitsignal, das dazu dient, die Zündung der Pyro-Effekte und eben auch die Drohnenshow millisekundengenau mit der Musik abzustimmen. Die Kölner Lichter sind eines der größten musiksynchronen Feuerwerke Europas. Ohne die eigens zusammengestellte musikalische Untermalung konnte das Spektakel nicht beginnen.

Drohnenshow steht auf der Kippe

Offenbar hakte es bei der Frequenz. Immer wieder wurde heruntergezählt. Das Stichwort „Timecode“ dürfte in der deutschen TV-Geschichte noch nie so häufig innerhalb weniger Minuten gefallen sein. Profi Georg Alef war die Nervosität anzusehen, er rang um Fassung und versicherte, dass beim Feuerwerk alles klargehen würde. Notfalls werde das Feuerwerk ohne die Drohnen durchgeführt, versicherte er.

WDR-Reporter Jochen Hilgers stand am Rheinufer inmitten von verwirrten Zuschauerinnen und Zuschauern. Diejenigen, die keine WDR-Übertragung schauten, hatten keine Informationen und glaubten teilweise, sich bei der Startzeit geirrt zu haben.

Um 23.21 Uhr gab es dann die erlösende Nachricht: Der Timecode funktionierte, die Drohnen konnten starten. Georg Alef war erleichtert, und die 500 Drohnen stiegen auf und bildeten bunte Bilder und Schriftzüge am nächtlichen Himmel über dem Dom. Zu sehen waren  Szenen, die teilweise an „Herr der Ringe“ angelehnt waren, dann erschien wieder der mythische Vogel Phönix. Nach der Drohnenshow startete plangemäß das monumentale Feuerwerk.