Köln – Es war eine aufwühlende und emotionale Aussage, die eine 57-jährige Optikerin aus Remscheid am Mittwoch vor dem Landgericht machte: „Ihm lief das Blut wie Wasser aus seinem Ärmel. Das war eine heftige Situation. Eine richtige Blutlache“, schilderte die Frau den Moment, nachdem ihr Ehemann von einem Mann auf dem Roncalliplatz mit einem Messer attackiert worden war. Anschließend brach sie in Tränen aus.
Angeklagt in dem Fall ist ein 39-Jähriger wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Er soll sein Opfer nach einer verbalen Auseinandersetzung plötzlich mit einem Messer attackiert und an der Schulter und dem Handgelenk verletzt haben. Neben einer Verurteilung könnte auch eine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie in Frage kommen.
Tochter auf der Straße „massiv angerempelt“
Zunächst schilderte die Zeugin, dass sie mit ihrem Mann, den beiden Kindern und dem Freund der Tochter im Kleinkunsttheater Senftöpfchen eine Vorstellung besucht habe. „Es war ein schöner Abend“, erinnerte sich die Frau. Nach der Vorstellung sei ihre Tochter auf der Straße „massiv angerempelt“ worden. Dann sei sie auch noch beleidigt worden, zudem sei eine Bierflasche in ihre Richtung geflogen. Der Sohn und ihr Mann hätten den Täter daraufhin verfolgt. Plötzlich habe sie gehört, wie ihr Sohn gerufen habe: „Papa, pass auf, der hat ein Messer.“ Danach habe sie auch schon ihren Mann blutend und mit zerschnittener Jacke auf dem Roncalliplatz gesehen. Sie sei seit über 30 Jahren mit ihrem Mann verheiratet, merkte die Zeugin noch an. „Wir haben gemerkt, wie schnell das Leben zu Ende sein kann.“
Der Prozess wird fortgesetzt.
