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Kritik am geplanten AusZu wenig Fahrgäste – Buslinie 423 soll künftig am Königsforst enden

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Von der Buslinie 423 soll der Halt „Gut Leidenhausen“ künftig nicht mehr angefahren werden.

Die Buslinie 423, hier vom Flughafen in Richtung Rath/Heumar unterwegs, soll künftig von Bensberg nur noch bis zur Haltestelle „Königsforst“ fahren.

Die Buslinie 423 soll künftig wieder am Königsforst enden. Für Gut Leidenhausen und Flughafen fordern Politik und Vereine Alternativen.

Die Buslinie 423 soll künftig nicht mehr bis zum Flughafen Köln/Bonn fahren, sondern an der Stadtbahnhaltestelle „Königsforst“ enden. Das geht aus einer Vorlage hervor, die der Bezirksvertretung (BV) Porz zur Beschlussfassung vorgelegt wurde. Als Grund für die Änderung werden Fahrgastzahlen genannt. Die hätten sich nicht so entwickelt, wie erhofft.

„Im Schnitt weisen die Busse auf dem Abschnitt zwischen Königsforst und Flughafen einen Besetzungsgrad von 4,5 Fahrgästen auf; mit einer Bandbreite von 1,3 bis 8,3 Fahrgästen“, heißt es in der Vorlage. Die aktuellen Auslastungszahlen „lassen eine Rückführung des Angebots auf den vormaligen Zustand vertretbar erscheinen“. Das heißt, die Linie 423, die von Bensberg über Rösrath fährt, soll wieder an der Haltestelle „Königsforst“ enden. Das spart laut Regionalverkehr Köln (RVK) pro Jahr 120.000 Fahrzeugkilometer.

Von der Buslinie 423 soll der Halt „Gut Leidenhausen“ künftig nicht mehr angefahren werden.

Von der Buslinie 423 soll der Halt „Gut Leidenhausen“ künftig nicht mehr angefahren werden.

Dass die Buslinie 423 am Königsforst endet, war auch früher der Fall gewesen. Die Bezirksvertretung Porz hatte lange für eine Verlängerung der Linie gestritten. Durch einen Ratsbeschluss im Jahr 2019 wurde eine Verlängerung beschlossen. Mit der Weiterfahrt bis zum Flughafen ist auch das Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen über eine Haltestelle am Mauspfad an den ÖPNV angeschlossen worden. Das hatten verschiedene Vereine und Institutionen immer wieder vehement gefordert.

Tatsächliches Potenzial wird nicht wiedergegeben

Entsprechend ist die Enttäuschung groß, dass die Weiterfahrt der Buslinie eingestellt werden soll. Beim Kölner Eifelverein zum Beispiel. In einem offenen Brief betont der Verein, dass viele Wanderungen in Gut Leidenhausen beginnen oder enden. Außer den Mitgliedern wären auch „zahlreiche Besucher von Gut Leidenhausen“ von dem Wegfall der Haltestelle betroffen. Dass die Fahrgastzahlen den Bedarf nicht widerspiegeln, liegt nach Meinung des Kölner Eifelvereins „sicherlich daran, dass eine Rückfahrt zur Haltestelle Königsforst auf der gleichen Strecke nicht angeboten wird“. Denn das Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen sowie das Erholungsgebiet drumherum sind nur von der Haltestelle „Königsforst“ in Richtung Flughafen angebunden, nicht in Gegenrichtung. Das habe den Nachteil für Fahrgäste, dass eine Rückfahrt anderweitig erfolgen muss. „Damit ist eindeutig klar, dass die Betrachtung der aktuellen Auslastung der Buslinie nicht das tatsächliche Potenzial wiedergibt.“

Eine An- und Abreise mit den Buslinien 151/152 ist für Senioren, Familien mit Kindern oder auch Schulklassen umständlich. Denn die Haltestellen liegen weiter entfernt. Von dort seien es etwa 20 bis 30 Minuten Fußweg über die Straße Hirschgraben und durch den Wald bis zum Umweltbildungszentrum.

Porzer Politik hat lange für eine Verlängerung gestritten

Den Punkt der nichtvorhandenen Haltestelle in Richtung Haltestelle „Königsforst“ hat auch die Bezirksvertretung Porz in ihrer jüngsten Sitzung aufgegriffen. Sie verweist auf die bestehende Beschlusslage, eine solche Haltestelle einzurichten, und fordert den Stadtrat auf, daran festzuhalten. Gleichzeitig soll der Stadtrat sich bei Straßen NRW, die zuständig für den Mauspfad sind, weiterhin für den Ausbau einer notwendigen Querungshilfe einsetzen. Zwar zeigt die Politik Verständnis für eine Kostenreduzierung bei den Busverkehrsleistungen, aber vor einer kompletten Einstellung des Angebots müssen Alternativen geprüft werden.

Sollte eine Anbindung nicht in der bisherigen Form gewährleistet werden, sollten verschiedene Ideen geprüft werden. Die haben CDU, SPD und die Fraktion aus Grünen und Volt in einem gemeinsamen und einstimmig beschlossenen Antrag formuliert. Dazu gehören die Umwandlung des Anrufsammeltaxis (AST) 188 zum Rufbus 188, und die Ausweitung der Bedienzeiten auf das Wochenende und Feiertage. Kostenfreie Buchungen eines Shuttlebusses für Schulgruppen bis zu drei Tage vor der Fahrt in der Zeit zwischen 9 und 15 Uhr gehören genauso zu den Vorschlägen wie Veranstaltungssonderverkehre an publikumsstarken Tagen zu Veranstaltungen des Umweltbildungszentrums. Das erfülle schließlich einen bildungspolitischen Auftrag, heißt es seitens der Antragsteller.