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Jungtiere suchen neue ReviereSpaziergängerin meldet Wolf in der Nähe von Gut Leidenhausen

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ARCHIV - 12.07.2023, Schleswig-Holstein, Eekholt: Eine ausgewachsener weiblicher Wolf steht in seinem Gehege im Tierpark. (zu dpa: «Wolfswelpe im Sachsenwald nachgewiesen») Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In der Nähe von Gut Leidenhausen haben Spaziergänger einen Wolf gesehen. (Symbolbild)

Eine Spaziergängerin meldete eine Begegnung am Kurtenwaldbach. Eine Behördensprecherin erklärt dazu das Wanderverhalten junger Wölfe.

In den letzten Tagen des alten Jahres hat es in der Wahner Heide in der Nähe von Gut Leidenhausen mehrere Wolf-Sichtungen gegeben. Das bestätigt Birgit Kaiser de Garcia, Pressesprecherin im Nordrhein-westfälischen Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk). Zwei Personen haben demnach unabhängig voneinander am Wochenende nach Weihnachten eine Wolf-Sichtung aus dem Bereich der Wahner Heide gemeldet.

Weil es sich um reine Beobachtungen handelt und es weder Fotos noch Videomaterial gibt, werden die Hinweise bei der Behörde in einer niedrigen Kategorie eingestuft. Bei Berichten mit Fotos stuft das Amt die Hinweise in einer mittleren Kategorie ein, höchste Kategorie haben Funde von DNA-Spuren, die an die Forschungsstelle übermittelt werden.

Die Behörde unterhält ein Portal für Wolfsmeldungen, in dem in den vergangenen Jahren diverse Hinweise rund um Köln, vorwiegend aus dem rechtsrheinischen Gebiet, aufgelistet worden sind.

Wolf-Hinweise rücken näher an Gut Leidenhausen

Der jüngste Hinweis einer Spaziergängerin am Kurtenwaldbach in der Wahner Heide ist jedoch der bisher Nächstgelegene zum Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen. Zuvor war auf rechtsrheinischem Stadtgebiet im Jahr 2021 der Kot eines Wolfes festgestellt worden. In weiteren Teilen der Wahner Heide, die auf dem Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises liegen, wurden im Herbst mehrfach Tiere gemeldet, die von einem Wolf gerissen wurden.

Eine Spaziergängerin, die mit ihren Hunden am Bachlauf unterwegs war, berichtete t-online zufolge davon, wie der Wolf auf einem Spazierweg gestanden und in ihre Richtung geschaut habe. Angst habe sie nicht gehabt, sei aber von der Größe und der Anmut des Tieres fasziniert gewesen.

Junge Wölfe auf Wanderschaft

Lanuk-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia erklärt auf Anfrage dieser Zeitung, dass um diese Jahreszeit immer wieder junge Tiere im Alter von anderthalb bis zwei Jahren ihr angestammtes Rudel verlassen und sich auf die Suche nach einem eigenen Lebensraum oder einem Partner begeben. Die Sichtungen vom vergangenen Wochenende bedeuten der Fachfrau zufolge nicht, dass sich weiterhin ein Wolf im Gebiet aufhält. Die Tiere legen mühelos 70 Kilometer am Tag zurück, sagt sie.

Die Fachfrau betont, dass Wölfe den Kontakt mit Menschen meiden. Bei einer Begegnung werde empfohlen, sich möglichst ruhig zu verhalten und sich langsam zu entfernen.

Sie bittet, jede Wolfsbeobachtung über ein digitales, Meldeformular an das Lanuk NRW zu übermitteln. Denn jede Sichtung, die dem Amt mitgeteilt werde, sei wertvoll. Die Behörde kann so die Population beobachten und über genetische Spuren oft auch zuordnen, woher das jeweilige Tier stammt. In einer geodatenbasierten Karte, die interaktiv abgerufen werden kann, werden für Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 2024/25 drei Wolfsrudel aufgelistet, die im Ebbegebirge, bei Leuscheid und Schermbeck-Dämmerwald angesiedelt sind. Zudem gab es einzelne Wölfe im Oberen Arnsberger Wald und bei Senne sowie ein Wolfspaar in der Rureifel.

Ein amtlich verbindlicher Handlungsleitfaden regelt das Vorgehen beim Auftauchen einzelner Wölfe, landesweit wurde ein Netz von Wolfsberatenden aufgebaut. Mit Förderrichtlinien werden Entschädigungsleistungen und die Förderung vorbeugender Maßnahmen für Nutztierhalter geregelt. So soll „die Rückkehr eines großen Beutegreifers in die durch menschliches Wirtschaften geprägten Kulturlandschaften Nordrhein-Westfalens begleitet werden“, heißt es auf der Informationswebsite von Wolf NRW.