Mehr Bäume müssen herKöln-Porzer Innenstadt ist nicht fit für den Klimawandel

Blick auf die Baustelle der drei neuen Häuser auf dem früheren Hertie-Areal in der Porzer Innenstadt
Copyright: René Denzer
Porz – Die drei neuen Häuser in der Porzer Innenstadt wachsen weiter in die Höhe. Brigitte Scholz, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik, zeigt sich beeindruckt, „wie sich die Baustelle präsentiert“. Doch allein mit den drei Häusern in denen es künftig Geschäfte und Wohnungen geben soll, ist es nicht getan. Um die Porzer Innenstadt wirklich aufzuwerten sind weitere Entwicklungen und Projekte nötig. Die finden sich im Integrierten Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK, wieder. Das ist wiederum notwendig, um Städtebaufördermittel von Bund und Land zu bekommen.
„Fitnessprogramm" für die neue Porzer Mitte
Wie es derzeit um das ISEK bestellt ist, darüber hat Amtsleiterin Scholz die Bezirksvertretung Porz in ihrer jüngsten Sitzung informiert. Der Schwerpunkt liege in der Aufwertung von öffentlichen Räumen, sagte Scholz. Damit sind öffentliche Gebäude, Straße und Plätze gemeint. Konkret handelt es sich dabei um die Gestaltung der Parkanlage an der Glashüttenstraße und die Aufwertung sowie Neu- und Umgestaltung des Rheinboulevards in Porz. Rund acht Millionen Euro sind für die beiden Projekte, die laut Scholz Teil eines „Fitnessprogramms“ für die Neue Mitte Porz sind, veranschlagt.
Hinzukommen die Aufwertung der Bahnhofstraße und die Brücke über die Hauptstraße als Verbindungsachse zwischen Rheinboulevard und Innenstadt. Für beide Projekte zusammen sind 8,6 Millionen Euro veranschlagt. Allein 1,9 Millionen Euro sind für das Quartiersmanagement eingeplant. Bis zum Jahr 2030 sollen diese Projekte umgesetzt sein. „Wir haben uns schon mit dem Ministerium besprochen und von der Seite grünes Licht bekommen“, sagte Scholz. Dennoch gebe es aber auch einen Punkt, an dem nachgebessert werden muss: bei den Klimaschutz- und Klimawandelanpassungen.
„Wir müssen CO2 sparen"
„Wir müssen berücksichtigen, dass es immer schneller heißer und trockener wird“, so Scholz. Aber auch höhere Niederschlagsmengen müssen berücksichtigt werden. „Grob gesagt, wir müssen CO2 sparen“, betonte Amtsleiterin Brigitte Scholz. Das heißt, mehr grüne Achsen und Bäume sollen eingeplant werden. Das Thema Brunnen – durch Verdunstung soll ein kühlender Effekt erzeugt werden – soll im Detail angepackt, wenn das jeweilige Projekt wie etwa die Aufwertung der Bahnhofstraße behandelt würde. Grundlegend müsse aber erst einmal das ISEK stehen. Das soll laut Brigitte Scholz am besten vor der Sommerpause vom Stadtrat verabschiedet werden. „Spätestens am 30. September wollen wir die Förderanträge einreichen“, betonte Scholz. Deren Amt führt die einzelnen Projekte nicht aus, sondern koordiniert die Fachämter.

Die Brücke über die Hauptstraße soll verbreitert werden.
Copyright: René Denzer
Der Fahrplan steht, aber dennoch sind noch etliche Fragen offen. So wunderte sich Andreas Bischoff (CDU), dass der Parkplatz an der Mühlenstraße bis dato nicht in das ISEK mit eingeflossen ist. Das könne sein, sagte Scholz, dass „aus städtebaulichen Gründen keine Missstände vorliegen“.
Und somit sei der Parkplatz nicht Teil der „Gebietskulisse“. Bischoff hielt dagegen: „Auf die Begründung bin ich gespannt, wenn da kein Handlungsbedarf gesehen wird.“ Er betonte, wie heruntergekommen der Platz sei, der sich zudem unmittelbar gegenüber der Bahnhofstraße, also „dem Entree zur Porzer Innenstadt“ befindet. Dieter Redlin, Fraktionschef der Grünen, machte darauf aufmerksam, dass die sogenannten Behelfsbauten auf der Bahnhofstraße, wie etwa der Pavillon in dem früher eine Döner-Bude untergebracht war, ebenfalls berücksichtigt werden. „Wir hatten mehrfach angefragt, wie da die Eigentumsverhältnisse sind.“
Brücke soll verbreitert werden
Eine Antwort bekam er auch dieses Mal nicht, allerdings versprach Brigitte Scholz, beide Themen noch einmal prüfen zu lassen.
Lutz Tempel von der SPD sprach die Brücke über die Hauptstraße an. Für die hatten CDU, SPD und Grüne noch einen gemeinsamen Antrag eingebracht und beschlossen.
Das könnte Sie auch interessieren:
Ziel ist es die Fußgängerbrücke zu erneuern. Der Beschluss der BV Porz richtet sich an den Stadtentwicklungsausschuss (Stea), im Sinne der BV Porz zu beschließen. Das sei nötig, „da die Verwaltung aktuell prüfen lässt, ob die Bezirksvertretung Porz für diesen Sachverhalt überhaupt zuständig ist“, heißt es in der Begründung.
So soll der Stea die Verwaltung beauftragen, unter anderem folgende Schritte einzuleiten: so soll die Brücke verbreitert und entgegen bisherigen Verwaltungsplänen gerade über die Hauptstraße geführt werden. Auch soll die Brückenfläche in die Freiraumplanungen des Friedrich-Ebert-Platzes und des Rheinufers einfließen. So könne die Brücke auch von dem Planungsbüro gestaltet werden, das auch den Platz und das Rheinufer verschönern soll.


