Seit 2022 bemüht sich die BV Chorweiler um die Einrichtung einer Einbahnstraße im Mohlenweg. Die Verwaltung möchte allerdings erst den Verkehr zählen.
Köln-MerkenichMohlenweg in Langel – Einrichtung der Einbahnstraße lässt auf sich warten

Im Bereich der Kita Regenbogen verhindern die Findlinge auf dem Seitenstreifen, dass sich der Grünstreifen durch ausweichende Kfz in Matsch verwandelt.
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Die Bemühungen der Bezirksvertretung (BV) Chorweiler, für den Mohlenweg in Langel eine Einbahnstraßenregelung zu erreichen, gehen bereits mehrere Jahre zurück – denn an der schmalen Straße, die von der in Langel zentralen Cohnenhofstraße abzweigt und in die Felder um den Ort führt, liegt die Kita Regenbogen, die in weitem Umkreis die einzige Kinderbetreuungseinrichtung darstellt, etwa 100 Kinder werden hier betreut. Entsprechend groß ist auch das Verkehrsaufkommen zu den Öffnungs- und Schließzeiten, doch dafür ist die Straße nicht ausgelegt: Ein Bürgersteig fehlt, gleichzeitig ist die Fahrbahn so schmal, dass entgegenkommende Fahrzeuge auf den Seitenstreifen ausweichen müssen.
Großmutter von drei Kita-Kindern schrieb Brief an die Stadt Köln
Wie das in der Praxis aussieht, beobachtet etwa Käthemarie Gundelach schon seit Jahren. Die Langelerin hat jede ihrer drei Enkelinnen regelmäßig zur Kita Regenbogen gebracht und abgeholt und weiß, wie chaotisch es dort zu den Stoßzeiten zugehen kann. „Im vergangenen Mai stand ich wieder mal davor, beobachtete die Autokolonne der Eltern während die Kinder gerade fröhlich aus der Kita gestürmt kamen, und wartete, bis sich das ganze Chaos wieder aufgelöst hatte“, erinnert sie sich, „und da dachte ich mir, ich will nicht warten, bis hier irgendwann mal ein Kinder unter dem Auto liegt und ich mir vorwerfen muss nicht versucht zu haben, das zu verhindern“, sagt sie. Durch eine Kita-Mitarbeiterin wusste sie von einem Antrag der CDU-Fraktion in der BV Chorweiler auf Einrichtung einer Einbahnstraße und schrieb daraufhin selbst einen langen Brief an die Stadt Köln, in dem sie ihre Erfahrungen schilderte und das Anliegen unterstützte.
Die signalisiert jedoch, dass nach wie vor keine baldige Umsetzung zu erwarten ist. So jedenfalls der Tenor der Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der CDU-Fraktion, die diese in der jüngsten Sitzung der BV erhalten hatte – gut 15 Monate, nachdem sie gestellt worden war. Die Anträge auf Einbahnstraßenregelung, die bereits 2022 und 2023 gestellt worden waren, hätten aufgrund begrenzter Personalkapazitäten und der Vielzahl abzuarbeitender Beschlüsse noch nicht bearbeitet werden können, so die Verwaltung. Um die Einrichtung der Einbahnstraße prüfen zu können, müsse vom Amt für Verkehrsmanagement zunächst eine Verkehrszählung durchgeführt werden.
Diese könnte jedoch frühestens nach den kommenden Sommerferien erfolgen. Sollte die Prüfung eine Einbahnstraße empfehlen, hänge es von den notwendigen Maßnahmen ab, wann die Umsetzung erfolgen könne – sofern etwa eine Beschilderung reichen sollte, könnte diese früher erfolgen. Das schmälerte den Ärger des Bezirksvertreters Rainer Stuhlweißenburg (CDU) keineswegs. „Es ist nicht das erste Mal, dass wir 15 Monate lang auf die Beantwortung einer Anfrage warten mussten“, stellte er fest. Die Notwendigkeit einer Verkehrszählung stellte er hingegen in Frage. „Die Straße ist abgesehen von der Kita so unbedeutend, ich weiß nicht, was das bringen soll“, sagt er, „Es kommt mir so vor, als würde hier auf Zeit gespielt werden.“

