Die Musical AG der Max-Planck-Realschule führt „Arabische Nächte“ im Porzer Rathaussaal auf. Es ist das bisher anspruchsvollste Stück.
Premiere im Porzer RathaussaalPorzer Schüler proben ein Jahr für Musical „Arabische Nächte“

Schon bei den Proben zu dem Musical „Arabische Nächte“ der Max-Planck-Realschule im Porzer Rathaussaal überzeugen Bühnenbild, Kostüme und Darsteller.
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Die Antwort auf Frage, wie das mit dem Rauch aussieht, kommt aus der Regie: „Hammer, das sieht super aus.“ Zwei Jungs auf der Bühne im Porzer Rathaussaal klatschen sich ab. Ihre Arbeit haben die beiden mit Bravour erledigt. „Der Löwenkopf steht nicht ganz mittig“, ist die Stimme aus der Regie erneut zu hören. Es wird geklärt in welche Richtung der Kopf muss, schnell sind Markierungen auf der Bühne angebracht. Von da gibt es ein Daumen hoch in Richtung Regie.
Dort sitzt Sascha Klein. Er ist seit 2010 Lehrer an der Max-Planck-Realschule und leitet dort die Musical AG. Die wurde 2011 gegründet. Mit „Deutschland sucht das Super-Musical“ gab es zwei Jahre später die erste Vorstellung. Die fand noch in der Turnhalle der Schule statt. Die musste allerdings irgendwann saniert werden. Der damalige Bürgeramtsleiter Norbert Becker gab nach Anfrage der Schulleitung, den Rathaussaal nutzen zu können, grünes Licht. Norbert Becker zeigte sich von der Aufführung der Schülerinnen und Schüler so begeistert, dass Stücke wie „Mamma Mia“ oder „Grease“ ebenfalls dort aufgeführt worden sind. Aus dem Rathaussaal als Ausweichquartier war praktisch das neue Wohnzimmer für die Aufführungen der Musical AG geworden.
Teamarbeit für das Musical
Das hält bis heute an. Und der jetzige Amtsleiter, Guido Motter, hat Sascha Klein und seinem Team wieder Zeit für Proben und für drei Aufführungen zur Verfügung gestellt. Wurde vor zwei Jahre noch „Tanz der Vampire“ auf die Bühne gebracht, sind es dieses Mal „Arabische Nächte“. „Das ist unser bisher buntestes Musical“, sagt Sascha Klein. Er ist zuständig für Drehbuch, Regie und Musikproduktion. Auch hat er die Gesamtleitung inne. Dabei legt er aber großen wert darauf, dass das Musical eine Teamleistung ist. Ohne seine Kolleginnen und Kollegen, die sich um Gesang, Schauspiel, Tanz, Kostüme, Bühnenbild, Technik kümmern, wäre die Aufführung nicht möglich.
Und die steht erst am Ende einer langen Kette. Geprobt wird seit einem Jahr. Vor den Sommerferien im vergangenen Jahr hat es bereits das Casting gegeben. Klein selbst hat ein halbes Jahr davor mit dem Drehbuch begonnen. Auch die Musik wird zu 90 Prozent neu arrangiert. Klein schätzt das Engagement seiner Kolleginnen und Kollegen, die auch an den Wochenenden für das Musical gearbeitet haben. Aber er ist auch voll des Lobes für die Schülerinnen und Schüler, die in den verschiedensten Rollen und Funktionen mitwirken. Sie seien sehr motiviert und diszipliniert.
Große Besetzung, viel Teamgeist
Beides gehört dazu. Sowohl bei den Darstellerinnen und Darstellern als auch bei denen, die sich um Technik oder Ähnliches kümmern. Klar stehe ein Adam Khenousse, der die Hauptfigur Aladdin spielt, mehr im Mittelpunkt als andere, gerade weil er in fast jeder Szene präsent ist. Doch auch er ist auf diejenigen angewiesen, die ihm Requisiten zur richtigen Zeit reichen oder ihn ins richtige Licht rücken. „Da kommt noch einmal vollends der Teamgeist zutrage“, sagt Klein.

Drei Schüler der Max-Planck-Realschule proben auf der Bühne des Porzer Rathaussaals für das Musical „Arabische Nächte“.
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Der ist nötig. Denn allein 60 Schülerinnen und Schüler sind auf der Bühne aktiv. Hinzukommen 30 Schülerinnen und Schüler aus den fünften und sechsten Klassen im Chor sowie die rund 20 Helferinnen und Helfer an der Bühne und in der Technik. Aber auch außerhalb der Schule kann sich Klein und die Musical AG über Unterstützung freuen. Zum einen finanzieller Art, wie die 2000 Euro die der Rückversicherer GenRe heute bei der Premiere offiziell mit dem Bürgerverein Porz-Mitte übergeben wird, zum anderen auch auf anderem Wege. „Der Löwenkopf wurde von Marco Radegast, dem Vater einer ehemaligen Schülerin gebaut“, sagt Klein. Über Kontakte konnten sie bei einem großen Privatfernsehsender in Köln Aufnahmen des „fliegenden Teppichs“ vor einem sogenannten Greenscreen machen, die bei den Aufführungen verwendet werden.
„Arabische Nächte“ ist laut Sascha Klein nicht nur das farbenfroheste Stück der Musical AG, auch das bisher anspruchsvollste, was Technik und Effekte angeht. Klar seien die Vorbereitungen immer eine Herausforderung, aber am Ende stehe die Frage: Was gibt das den Schülerinnen und Schülern? „Ein Erfolgserlebnis“, sagt Klein. Er versteht Schule nicht nur als reine Wissensvermittlung, sondern als Talentförderung – auch im musischen Bereich. „Die Schülerinnen und Schüler sind über ein Jahr hinweg an einer Sache drangeblieben.“ Das sei auch eine tolle Erfahrung für die Persönlichkeitsentwicklung. Das größte Lob für Klein ist es, wenn am Ende die Zuschauer sagen, dass sie ganz vergessen haben, dass sie in einer Schulaufführung sitzen.
Wer sich selbst davon ein Bild machen will: Die Aufführungen von „Arabische Nächte“ finden Mittwoch und Donnerstag, 24. und 25. Juni, um 19 Uhr sowie Freitag, 26. Juni, um 18 Uhr im Porzer Rathaussaal, Alfred-Moritz-Platz 1, statt. Der Eintritt ist frei. Karten müssen über das Sekretariat der Schule bestellt werden. Weitere Informationen dazu gibt es im Netz.
