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Räume gesuchtIn Köln-Wahn sollen Jugendliche einen festen Treffpunkt bekommen

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Zwei Frauen stehen links und rechts von einem Aufsteller. Dahinter ist ein großer Platz zu sehen, auf dem ein Kickertisch steht und Stühle und Tische.

Einmal im Monat wird künftig auf dem Platz vor dem Café Wanda ein Aktionsangebot für Jugendliche stattfinden. Bei der Premiere fragten Margit Tschöpe und Maike Jardzejewski junge Gäste nach ihren Wünschen zur Freizeitgestaltung.

Im Projekt „Zukunftsquartier Wahn“ wird der Bedarf Jugendlicher im Ort ermittelt - gesucht wird nun ein fester Raum, wo sich junge Leute entfalten können. 

Jugendliche, die in Wahn aufwachsen, finden hier keinen öffentlichen Raum, der Gelegenheit zum Treffen, Reden, Spielen, Verwirklichen von Projekten oder einfach zum Chillen bietet. Der Mangel ist seit vielen Jahren bekannt. Langeweile und Perspektivlosigkeit führen mitunter dazu, dass sich die ungenutzte Energie Jugendlicher anderweitig entlädt. Beschmierte Wände, Müll an Treffpunkten im Freien und Ruhestörungen in der Nachbarschaft können die Folgen sein. Einladungen der Streetworker zu einem Open-Air-Treffpunkt „Auf dem Acker“  etwas außerhalb des Ortszentrums haben bisher keine übermäßige Resonanz gehabt.

Ein neues Angebot im Rahmen des  durch die Rhein-Energie-Stiftung geförderten Projekts „Zukunftsquartier Wahn“ soll dabei helfen, Jugendlichen einen Anlaufpunkt zu  bieten. „Aktionstage für Jugendliche“ sollen künftig an jedem letzten Freitag des Monats stattfinden. Treffpunkt ist der Platz vor dem Café Wanda am alten Paulshof in der Nähe des Wahner Schlosses. Für die Auftaktveranstaltung hatte der neu gegründete Wahner Arbeitskreis Jugend ein Programm mit verschiedenen Spielmöglichkeiten, Sportangeboten und Gelegenheit zu Gesprächen in gemütlicher Atmosphäre zusammengestellt. Die Streetworker der Awo Köln, die Schulsozialarbeit der Otto-Lilienthal-Realschule, das Jobwerk Porz und Schlosshausmeister Heiko Bleike bauten unter anderem Getränkestationen, Kicker, ein Dartspiel und eine Sitzlandschaft auf und luden die jungen Besucher zum Gespräch über deren Wünsche ein.

Zukunftsquartier Wahn wird drei Jahre lang finanziert

Margit Tschöpe vom JobWerk und Maike Jardzejewski vom Team Porz der Kölner Streetworker sagten: „Die Jugendlichen wünschen sich ja gar nichts Unmögliches. Aus unseren Gesprächen wird deutlich, dass ein einfacher Raum zum Treffen, vielleicht ein paar Angebote zum Malen oder Musizieren, etwas Handwerkliches, ein bisschen Freizeitsport schon eine tolle Sache wären“. Die Bedarfsabfrage soll dann möglichst dazu führen, dass ein geeigneter Raum gefunden und über einen längeren Zeitraum mit Leben gefüllt wird. Das Projekt Zukunftsquartier Wahn ist allerdings auf drei Jahre beschränkt, für Organisation und Betreuung nach dieser Zeit müssten Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden werden.

Obwohl der Aktionskreis Jugend bereits große Hilfe unter anderem durch die von Eltz’sche Verwaltung, den Betreiber des Cafés Wanda und einige Geschäftsleute erfährt, gestaltet sich die Suche nach einem dauerhaften Ort der Begegnung bisher schwierig, bedauert Margit Tschöpe. Immerhin sei es schon gelungen, Kontakte zu den weiterführenden Schulen aufzubauen. Am Maximilian-Kolbe-Gymnasium befasse sich eine Projektwoche mit der Bedarfsermittlung für Jugendaktivitäten in Wahn und Ideen zur Verwirklichung.

Tschöpe will im Rahmen des Zukunftsquartier-Projektes auch die Kirchengemeinde in Sachen Jugendarbeit ins Boot holen und hofft auf weitere ehrenamtliche Freiwillige. Beim ersten Aktionstag Jugend zeigten sich prompt nicht nur junge Besucher sehr angetan von der neuen Möglichkeit, sondern es boten sich Erwachsene zu künftiger Unterstützung an. Denkbar wäre nämlich auch ein generationenübergreifendes Projekt, also eine offene Begegnungsstätte mit Platz für Menschen jeden Alters und für deren Wünsche, miteinander etwas zu bewegen.

Bei den künftigen Aktionstagen immer am letzten Freitag des Monats ab 17  Uhr sind wechselnde Programme geplant. Die Organisatorinnen und Organisatoren stellen Abwechslung in Aussicht. Die Jugendlichen sollen Freizeitmöglichkeiten in örtlichen Vereinen kennenlernen, Projekte vorgestellt bekommen, in denen sie sich engagieren können und auch für Theater-, Tanz-  oder Musikangebote begeistert werden. Das Interesse ist da, wie sich bei der Premiere zeigte. „Ich male sehr gerne und würde gern bei Kunstprojekten mitmachen“, sagte beispielsweise ein Mädchen.


Weitere Ideen für die Aktionstage und für ein dauerhaftes Jugendangebot in Wahn sowie freiwillige Helferinnen und Helfer sind willkommen und können mit Margit Tschöpe vom JobWerk Porz unter 0177/7580070 oder online Kontakt aufnehmen.

Margit.tschoepe@jw-porz.de