Der neue Gewerbepark in Westhoven sorgt für politische Kritik bezüglich unzureichender Infrastruktur und umstrittener Verkehrsgutachten.
Neuer Logistik- und GewerbeparkUnfertige Straße bringt Zweifel über künftige Infrastruktur in Westhoven

Die SPD in der Bezirksvertretung Porz kritisiert, dass die Ein- und Ausfahrtsituation beim Aldi-Markt an der Stollwerckstraße bei den Planungen nicht berücksichtigt worden ist.
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Dort, wo einst Stollwerck Schokolade hergestellt hat, fand jüngst der Spatenstich für einen Gewerbe- und Logistikstandort statt. Entwickelt wird der von der Firma Panattoni. Geplant sind auf dem rund 69.400 Quadratmeter großen Grundstück im Porzer Stadtteil Westhoven zum einen eine Logistikimmobilie, der Panattoni Park Köln Ost, und zum anderen ein Gewerbepark, mit dem Namen City Dock Köln Ost. Beide zusammen bilden den Panattoni Campus Köln Ost mit mehr als 42.000 Quadratmetern Mietfläche.
Schon vor dem Spatenstich hatte die SPD in der Bezirksvertretung Porz Anfragen zu Planungen und Auswirkungen des Projektes an die Stadtverwaltung formuliert. Von deren Antwort zeigt sich SPD-Fraktionschefin Bettina Jureck allerdings irritiert. Sie ruft mehr Fragen hervor, als dass sie tatsächlich Antwort gibt. „Als Fazit bleibt der Eindruck, dass eine vom Investor gelieferte Verkehrsuntersuchung in der Fachverwaltung ohne eingehende Prüfung durchgewunken wurde.“
Stollwerckstraße bleibt vorerst unvollendet
So teilt die Verwaltung zum Beispiel mit, dass die Stollwerckstraße sich derzeit „nicht in einem endausgebauten Zustand“ befindet und künftig noch umgestaltet werden soll. Der Endausbau sei allerdings noch nicht geplant, da noch Grundstücke erworben werden müssen. Angesichts der Haushaltslage findet die SPD es allerdings mehr als fraglich, „ob diese Grundstücksankäufe jemals erfolgen werden“.
Jureck zeigt sich ebenfalls irritiert von Zahlen, die durch ein Verkehrsgutachten ermittelt worden sind. Demnach werden künftig 1150 Fahrzeuge pro Tag die Stollwerckstraße passieren. Rund 480 davon werden Lkw sein. Angesichts der teilweise fehlenden oder zu schmalen Gehwege – besonders im Bereich zwischen Kölner Straße und Am Westhovener Berg – fragt sie die SPD, wie in dem Bereich die Sicherheit von Menschen sichergestellt ist, die zu Fuß unterwegs sind. Bei den Zahlen scheint nach Auffassung der Sozialdemokraten auch der Verkehr des stark frequentierten Aldi-Marktes gänzlich unberücksichtigt.
„Weiterhin verwundert es, dass eine Erschließung des Standortes über die Claudiastraße nicht vorgesehen ist“, sagt Bettina Jureck. Diese Nutzung würde ihrer Meinung nach den hinteren Bereich der Stollwerckstraße maßgeblich entlasten und auch die Ein- und Ausfahrtsituation an der Aldi-Filiale entschärfen. Kritik an dem Gutachten gibt es auch von der CDU. „Das ist uns nicht bekannt und muss uns vorgestellt werden“, sagt CDU-Fraktionschef Werner Marx.
Bettina Jureck hat zudem noch weitere Kritikpunkte ausgemacht. Dass der Schwerlastverkehr an der Stollwerckstraße künftig zu 100 Prozent nach Norden zur A4 abfließt, wie es die Verwaltung erwartet, „heißt nicht, dass dem auch so sein wird“. Jureck fordert klare Vorgaben durch entsprechende Beschilderung und Auflagen an den Betreiber des Logistikstandortes. Wichtig ist nach Auffassung der SPD auch, dass die Ampelanlagen an der Kölner Straße an den Zufahrten zur A4 optimiert werden. Diese und weitere Punkte hat die SPD in einem Antrag formuliert, dem die Bezirksvertretung Porz zugestimmt hat.