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Ersatzteile auch über EbayDas Zündorfbad in Köln-Porz öffnet mit komplett neuer Technik

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Ein Mann mit Vollbart steht in einem Raum voller Technik.

Christian Welter von der Kölnbäder GmbH zeigt das neue Herzstück des Zündorfbads: die neue Mess- und Regelungstechnik.

Nach seiner Modernisierung öffnet das Zündorfbad am 17. Februar. Die Technik ist jetzt intelligent und energieeffizient. KI unterstützt das Personal.

MSR-BWT – die Abkürzung kommt Christian Welter schnell über die Lippen. Sie steht für Mess- und Regelungstechnik der Badewassertechnik, erklärt der Mitarbeiter der Kölnbäder GmbH. Diese Technik ist unter dem Becken des Schwimmbads in Zündorf verbaut. Sie ist „das Herzstück eines jeden Schwimmbades“, sagt Welter. Und das Zündorfbad hat es am Herzen. Beziehungsweise hatte es.

Denn seit der Schließung Anfang November vorigen Jahres hat sich einiges getan: 1,8 Kilometer zusätzliche Kabel sind verlegt und ein neuer Schaltschrank aufgestellt worden. Bevor die neue Technik von einer Fachfirma programmiert werden konnte, musste alles bis ins Detail aufgenommen werden. „Ich glaube, die Jungs waren vier oder fünf Wochen hier und haben nur aufgeschrieben, was vorhanden ist“, sagt Welter. Und auch, was die Kölnbäder GmbH haben will und welche Vorgaben und Richtlinien sie für den Schwimmbadbetrieb erfüllen muss.

Energie-Effizienz ist der Pluspunkt der neuen Anlage im Zündorfbad

Bereits im Juli 2025 musste das Hallenbad in Zündorf wegen des Defekts an der Regelungstechnik geschlossen werden. Für die 30 Jahre alte Anlage mussten Ersatzteile auch über Ebay beschafft werden, weil diese vom Hersteller nicht mehr produziert werden. So konnte die Kölnbäder GmbH zumindest einen Großteil der Lieferzeit für die neue Anlage überbrücken. Diese hat einen enormen Pluspunkt, sagt Welter. Jetzt könne die Anlage energieeffizienter laufen.

Bei der alten Anlage gab es praktisch nur die Funktion An oder Aus. Das sei nun anders, sagt Welter. Jetzt kann in Zündorf nach Bedarf gedrosselt oder wieder hochgefahren werden. Als Beispiel nennt Welter eine sogenannte Nachtabsenkung der Pumpenleistung. Denn so ein Schwimmbad verbraucht enorm Energie. „Wenn ein Einfamilienhaus etwa 2000 Kilowatt-Stunden im Jahr verbraucht sind es bei einem Schwimmbad fünf Millionen“, sagt Christian Welter.

Das Schwimmbecken des Zündorfbads wartet auf Nutzer.

Die Sanierung der Technik im Zündorfbad ist abgeschlossen. Wiedereröffnung ist am 17. Februar 2026

Die Regelungstechnik selbst gewährleistet unter anderem die präzise Steuerung des Badewasserkreislaufes. Dabei gelangt das Wasser aus dem Becken über Überlaufrinnen in eine Art Sammelbehälter, dem Schwallwasserbehälter. Von dort wird das Wasser mit Umwälzpumpen in die Filteranlage geleitet, die ebenfalls komplett neu bestückt wurde. Das Wasser wird dann durch Mehrschichtfilter gereinigt. Hautpartikel, Kosmetikrückstände und andere Verunreinigungen werden damit aus dem Wasser entfernt. Die Filterschichten bestehen aus Aktivkohle oder feinem beziehungsweise gröberem Quarzsand. Die letzte Schicht besteht aus Kies. Ist das Wasser gefiltert, wird es mit Chlor und anderen Mitteln behandelt. Das aufbereitete Wasser wird anschließend über Einströmdüsen zurück ins Schwimmbecken geleitet. So wird das gesamte Wasser im Schwimmbad mehrmals täglich gereinigt und im Becken umgewälzt. „Und diesen Prozessschritt steuert im Grunde diese Anlage“, sagt Welter.

Für die Sanierung hat die Kölnbäder GmbH rund 180.000 Euro allein für die Steuerung investiert. Insgesamt werden sich die Kosten auf 250.000 bis 300.000 Euro belaufen. Eine Nachrüstung für Künstliche Intelligenz (KI) sei an der neuen Anlage möglich, sagt Welter. Beim Thema KI in der Schwimmbadtechnik gebe es spannende Entwicklungen. Etwa, dass die Anlage weiß, wie viele Besucher sich in welchem Bereich aufhalten? Welche Temperatur hat die Außenluft? Wie wird das Wetter in den nächsten Tagen? „Das haben wir hier alles schon so implementiert“, sagt der Mitarbeiter der Kölnbäder GmbH. Auch KI als Erkennungssystem für Ertrinkende wird es in Zündorf künftig geben. Diese gibt es bereits im Stadion- und im Ossendorfbad.

Das Zündorfbad soll am 17. Februar wieder öffnen. Ein paar Wochen länger dauern die Arbeiten an der Sauna in Zündorf. Hier wird beispielsweise der Aufgussofen getauscht. Generell soll die Sauna attraktiver für die Gäste werden. Die können sich davon ab Mitte März selbst überzeugen. Im Frühjahr soll auch ein neues Kassensystem an den Start gehen. Dann sollen Gäste direkt mit dem QR-Code des E-Tickets durch das Drehkreuz gehen können. An der Kasse muss dann nicht mehr angestanden werden. Die Kassenumstellung soll allerdings im laufenden Betrieb erfolgen.