Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien stellen zum 1. Oktober 2026 die Produktion ihrer Regionalausgaben grundlegend neu auf.
Print sichern, das Digitale ausbauenKölner Stadt-Anzeiger Medien stellen Regionalproduktion ab Oktober neu auf

Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien stellen die Produktion ihrer Regionalausgaben grundlegend neu auf.
Copyright: Kölner Stadt-Anzeiger Medien
Ziel ist es, die gedruckte Tageszeitung in einem sich wandelnden Markt langfristig wirtschaftlich abzusichern, unabhängigen Journalismus auch im Lokalen zu bewahren und zugleich die digitalen journalistischen Angebote vor Ort auszubauen.
Dafür erstellen ab 1. Oktober 2026 neue digitale Regio-Teams der Kölner Stadt-Anzeiger Medien die regionalen Inhalte kanalübergreifend. Die Beiträge werden aus einem durchgängig digitalen Prozess heraus für die gedruckte Zeitung, das E-Paper sowie neue journalistische Apps und Portale aufbereitet.
Für die Leserinnen und Leser ändert sich nichts
Für die Leserinnen und Leser der Regionalausgaben in den Landkreisen rund um Köln, wie „Oberbergische Volkszeitung“, „Rhein-Erft Rundschau“ oder „Rhein-Sieg-Anzeiger“, ändert sich nichts. Die Tageszeitungen erscheinen im bisherigen Umfang, mit ihren eigenen Lokalteilen und unveränderter Zustellung. Gleichzeitig entstehen aber zusätzliche digitale Angebote.
Reporterinnen und Reporter der Kölner Stadt-Anzeiger Medien bleiben in allen Regionen präsent, persönlich erreichbar und für feste Berichtsgebiete verantwortlich.
Möglich wird die Neuaufstellung auch durch den technologischen Fortschritt. Künstliche Intelligenz und neue Produktionssysteme erlauben es, bislang aufwendige und wiederkehrende Arbeitsschritte stärker zu automatisieren. Dabei gilt der Grundsatz: „Wir automatisieren die Herstellung – nicht den Journalismus.“ Redaktionelle Ressourcen sollen künftig stärker dort eingesetzt werden, wo journalistische Arbeit nicht automatisiert werden kann: bei Recherche, Einordnung, persönlichen Gesprächen und der Berichterstattung vor Ort. Alle publizistischen Entscheidungen wie Auswahl, Gewichtung und Bewertung von Nachrichten sowie die journalistische Verantwortung bleiben vollständig bei Redaktionen.
Mit der Umstellung entfallen die Aufgaben, die die Rheinische Redaktionsgemeinschaft (RRG) derzeit erbringt. Sie plant und produziert bislang als eigenständiger Dienstleister ausschließlich die Regionalteile rund um Köln. Diese bisher von der RRG erbrachten Leistungen können weder verlagert noch an anderer Stelle fortgeführt werden. Daher endet die Tätigkeit der RRG zum 30. September 2026, 57 Vollzeitstellen entfallen. Für die digitalen Regio-Teams neu zugeschnittene offene Stellen werden zunächst intern ausgeschrieben.
Erste Journalistinnen und Journalisten der RRG haben sich in den digitalen Regio-Teams bereits erfolgreich beworben und werden in neuen Rollen und veränderten Aufgaben ihre Regionen auch künftig redaktionell begleiten. Hintergrund der Neuaufstellung ist der tiefgreifende Strukturwandel der Medienbranche. Seit Jahren gehen die Auflagen gedruckter Tageszeitungen zurück, während immer mehr Leserinnen und Leser journalistische Inhalte digital nutzen. Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien wollen deshalb einerseits die wirtschaftliche Grundlage der gedruckten Zeitung sichern und andererseits ihre digitalen Angebote deutlich erweitern.
In den kommenden Wochen sollen in den fünf Landkreisen rund um Köln erste neue lokale Digitalportale starten. Sie werden Nachrichten schneller verfügbar machen, zusätzliche lokale Informationen und Geschichten bieten und neue Möglichkeiten zur Beteiligung schaffen. Für den Ausbau der journalistischen Angebote sind in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche neue Stellen entstanden.
Zugleich erweitern die Kölner Stadt-Anzeiger Medien, die aktuell 256 Redakteurinnen und Redakteur beschäftigen, ihr Regionalgeschäft über den klassischen Journalismus hinaus. Mit Beteiligungen an „Rausgegangen“ und „Dreamlight Labs“, die Angebote rund um Empfehlungen, Veranstaltungen und Erlebnisse für Köln und die Region entwickeln, gehören inzwischen fast 100 weitere Kolleginnen und Kollegen zum Regionalmediengeschäft.