Ein stiller Bus-Protest setzt ein kleines Zeichen vor der Sitzung des Verkehrsausschusses.
Bus-Protest am RheinuferKölner Reisebusse machen mobil für die Bastei-Zufahrt

Busfahrer protestieren an der Bastei für eine direkte Zufahrt zu den Kreuzfahrtschiffen.
Copyright: Arton Krasniqi
Am Freitagmorgen (6. November) rollten vier Reisebusse hintereinander die Uferstraße entlang. Dass es sich hierbei um einen Protest handelte, war kaum erkennbar. Keine Trillerpfeifen, keine Transparente, keine Polizeieskorte – schlicht vier Reisebusse, die das Rheinufer in Höhe der baufälligen Bastei passierten. Doch genau über jenen Straßenabschnitt wird seit mehr als vier Jahren in der Kölner Politik und Verwaltung gestritten.
Der Anlass für die Aktion: Am 24. November tagt der Verkehrsausschuss. Dort soll die Posse um die Buszufahrt erneut auf die Tagesordnung rücken. Beim Protest mit dabei ist Markus Klein, Inhaber des Kölner Busunternehmens Piccolonia. „Im Vorfeld machen wir das, um das Thema etwas anzukurbeln“, erklärt er.
Das Dilemma mit dem Blumenbeet
Die Ausgangslage ist seit April 2022 dieselbe: Weil die denkmalgeschützte Bastei baufällig wurde und ein massives Stützgerüst eingezogen werden musste, sperrte die Stadt die gewohnte Abfahrt für Reisebusse. Somit können sie die Kreuzfahrtgäste nicht mehr direkt am Rheinufer aufnehmen. Seitdem spielen sich auf der Rheinuferstraße Woche für Woche gefährliche Szenen ab. Über 400.000 Flusskreuzfahrt-Passagiere kommen jährlich in Köln an Land. Viele von ihnen sind älter und stehen mit Koffer, Taschen oder Rollator vor einer schier unüberwindbaren Hürde: Die Schiffscrews müssen das Gepäck steile Treppen bis zur Straße hinauftragen, Touristen blockieren beim Warten auf ihrer Busse den viel befahrenen Radweg.

Markus Klein von Piccolonia-Reisen führt den Protest am Freitagmorgen an.
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Dabei schien eine Lösung längst greifbar. Bereits im Juli 2024 einigte sich ein von der IHK initiiertes Dialogforum aus Politik, Reedereien und Verwaltung auf einen denkbar einfachen Plan: Die Einbahnstraße am Rheinufer soll umgedreht werden – Busse fahren in Höhe der Machabäerstraße hinein und an der Bastei wieder heraus. Voraussetzung: die Streichung der dortigen Auto-Parkplätze und die Entfernung eines in Beton eingefassten, rund zehn Meter langen und völlig zugewachsenen Blumenbeets an der Ausfahrt.
Einigung in Sicht
Aus dem Rat und der Verwaltung gibt es mittlerweile deutlichere Signale. Mobilitätsdezernent Ascan Egerer bestätigte erst Ende Oktober im Interview, dass das Gesamtkonzept stehe. „Wir wollen die Uferstraße so herrichten, dass auch längere Busse dort problemlos ein- und ausfahren können. Das berühmte Blumenbeet kommt weg. Wenn der Verkehrsausschuss grünes Licht gibt, können wir loslegen“, sagte er.
Egerer zieht allerdings auch eine deutliche Grenze: „Das sind keine Busparkplätze. Es geht nur darum, die Passagiere abzuholen oder abzusetzen und danach sofort weiterzufahren. Wir wollen nicht, dass auf diesem Weg ein zusätzlicher Busparkplatz entsteht.“
Für Busunternehmer Klein ist das ein Kompromiss, mit dem die Branche zwar leben muss, der aber nicht ihren Idealanforderungen entspricht: „Das Thema wird wahrscheinlich auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses stehen, und ich rechne auch mit einer Zustimmung. Allerdings wird die Verwaltungsvorlage nicht so sein, wie wir uns das vorstellen. Ziel war ursprünglich, dass wir auch parken können.“