Zu der Kundgebung in Köln hatte das Aktionsbündnis „Bildungswende JETZT!“ aufgerufen. Auch in anderen Städten gab es Demos.
Bundesweiter ProtesttagDemo in Köln – Bündnis fordert 100 Milliarden Euro für Bildung

„Bildungswende jetzt!“ steht auf einem Banner beim bundesweiten Protesttag des Aktionsbündnisses. In Köln, Bielefeld, Bochum, Berlin, Potsdam, Halle, Marburg, Nürnberg und München waren Demonstrationen angemeldet.
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Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Gewerkschaften haben am Samstag (19. September) auf dem Kölner Friesenplatz für mehr Investitionen in Bildung demonstriert. Zu der Kundgebung hatte das Aktionsbündnis „Bildungswende JETZT!“ aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich in Köln mehrere Hundert Menschen. Weitere Demonstrationen waren in Bielefeld, Bochum, Berlin, Potsdam, Halle, Marburg, Nürnberg und München angekündigt.
Das Bündnis setzt sich für eine bessere Ausstattung von Kindertagesstätten und Schulen ein. Zu den Unterstützern gehören Gewerkschaften, Eltern- und Schülervertretungen sowie Einzelpersonen außerhalb des Bildungsbereichs.
PISA-Studie: „Bildungswende JETZT!“ fordert politische Konsequenzen
Die Organisatoren verweisen außerdem auf das 25-jährige Bestehen der PISA‑Studie. Die Ergebnisse hätten seit Jahren auf erhebliche Probleme im deutschen Bildungssystem hingewiesen. Politische Konsequenzen seien daraus jedoch nicht ausreichend gezogen worden.
„Vor 25 Jahren hat die PISA-Studie Deutschland entlarvt: Bei uns entscheidet nicht Talent über Bildungserfolg, sondern Herkunft. Versprochen wurde viel – mehr Gerechtigkeit, bessere Förderung, echte Inklusion“, heißt es dazu etwa auf der Webseite des Aktionsbündnisses. „Heute, ein Vierteljahrhundert später, ist klar: Die Diagnose war richtig. Aber der politische Wille zur Heilung fehlt. Das Ergebnis: Bildungserfolg hängt noch immer vom Elternhaus ab.“
Bündnis fordert 100 Milliarden Euro für Kitas und Schulen
Ein Schwerpunkt der Proteste ist dem entsprechend auch die Bildungsgerechtigkeit. Kinder aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Familien hätten es besonders schwer, durch Bildung ihre Lebenssituation zu verbessern, kritisierte Organisatorin Sandra Noa.
Das Bündnis fordert unter anderem ein Sondervermögen von mindestens 100 Milliarden Euro für Investitionen in Kitas und Schulen. Die Einrichtungen müssten inklusiver und zukunftsfähiger werden. Zudem fordern die Initiatoren eine Ausbildungsoffensive für Lehrkräfte und pädagogisches Personal. Zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes sollen zudem für Bildung und Forschung aufgewendet werden, fordert das Bündnis.
„Hebel für ganz viele gesellschaftliche Probleme“
Überdies fordert „Bildungswende JETZT!“ einen Bildungsgipfel. Vertreterinnen und Vertreter aus Bund, Ländern, Kommunen, Schulen, Eltern- und Schülerschaft sollen dort gemeinsam über die nächsten Schritte beraten. „Das Bildungssystem muss sich an den Menschen orientieren – nicht umgekehrt“, lautet eine zentrale Forderung.
Die Organisatoren hoffen, mit den Protesten den politischen Druck zu erhöhen. Bildung müsse stärker priorisiert werden, sagte Noa. Investitionen in diesem Bereich könnten auch zur Lösung weiterer gesellschaftlicher Probleme beitragen. „Wir glauben daran, dass das ein Hebel für ganz viele gesellschaftliche Probleme sein kann, die dadurch gelöst werden können, wenn man eben Bildung priorisiert und nicht weiter spart“, sagte sie im Gespräch mit dem WDR. (das)

