Köln – Nur durch ihre eigene Beharrlichkeit hat eine 26-Jährige ihr Smartphone wiedererhalten, das ihr an Weiberfastnacht 2020 aus dem Rucksack gestohlen worden war. Denn die Polizei musste in diesem Fall zum Jagen getragen werden, bevor sie durch die Ermittlungsarbeit der Controllerin neben deren eigenem noch 19 weitere gestohlene Smartphones in einem Spind in einem Hostel sicherstellen konnte. Wegen des Funds der 20 Handys war nun ein 30-Jähriger vor dem Amtsgericht wegen gewerbsmäßiger Hehlerei angeklagt. Im Prozess schilderte die 26-Jährige ihre Detektivarbeit.
Zur Polizei, aber: „Das hat da keinen interessiert“
Nachdem die Frau beim Feiern im Belgischen Viertel bemerkt hatte, dass ihr iPhone aus dem Rucksack gestohlen worden war, informierte sie noch am Abend des 20. Februar telefonisch die Polizei. Die riet ihr zu einer Online-Anzeige, die die 26-Jährige auch erstattete. Als im Laufe des Freitags keine Reaktion einging, „habe ich das Handy selbst per Online-Tracking gesucht“, sagte die Zeugin. Sie begab sich zum Standort des vom Handy gesendeten Signals, einem Hostel in der Marzellenstraße befand. Anschließend sprach sie persönlich auf der benachbarten Polizeiwache in der Stolkgasse vor und teilte ihr Ermittlungsergebnis mit. „Das hat da aber keinen interessiert“, so die Zeugin.
Frustriert begab sich die Frau mit ihrem Freund wieder zum Hostel. „Mit der Alarmfunktion der Ortungs-App konnte ich das Handy klingeln lassen und es klingelte in Spind 76“. Erneut wurde die Polizei informiert, die diesmal auch anrückte. Mit dem Hausmeister wurde der Spind aufgebrochen und 20 gestohlene Handys traten zu Tage. „Sie haben da Ermittlungsarbeit geleistet, die eigentlich die Polizei hätte erledigen müssen. Aber wahrscheinlich war die an Karneval anders gefordert“, sagte der Vorsitzende.
Da der Portier vor Gericht den Spind nicht eindeutig dem Angeklagten zuordnen konnte, wurde das Verfahren gegen den 30-Jährigen eingestellt. Nach zwei Monaten U-Haft kam der Mann wieder auf freien Fuß.
