Köln – Vor anderthalb Wochen war der 22-Jährige als Opfer einer Gewalttat als Nebenkläger vor dem Landgericht aufgetreten. Ein Polizist (46) hatte dem Mann im Sommer 2019 in einem Getränkemarkt am Sudermanplatz mehrmals hinterhergeschossen und ihn schwer verletzt. Der 46-Jährige war in dem Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt worden (die Rundschau berichtete). Seit Dienstag nun steht der damals 19-Jährige wegen schwerwiegender Raub- und Gewalttaten vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht. Unter den angeklagten Taten ist auch jener Raubüberfall auf einen Drogendealer, dessentwegen der Mann 2019 per Haftbefehl gesucht wurde. Während eines Festnahmeversuchs war es zu den Schüssen des Polizisten gekommen.
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Laut Anklageschrift soll der 22-Jährige am 23. Juli 2018 mit weiteren Mittätern gewaltsam, teilweise maskiert und mit Schreckschusspistolen bewaffnet in eine Wohnung auf der Krefelder Straße eingedrungen sein. Dort soll einer der Mittäter dem Opfer zunächst eine Pistole an den Kopf gehalten und dann gebunkerte Drogen und Wertsachen verlangt haben. Als der Geschädigte (25) der Drohung nicht nachgab, soll unter anderem der Angeklagte gedroht haben den Geschädigten zu erschießen. Die Täter sollen mehrere Tüten mit insgesamt rund zwei Kilogramm Marihuana und 320 Euro erbeutet haben. Für den Drogenbesitz war der 25-Jährige später vom Amtsgericht zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. In seiner Zeugenaussage am Dienstag sagte der 25-Jährige: „An Details kann ich mich nicht mehr erinnern.“ Er entlastete aber den Angeklagten. Der sei nicht unter den Tätern gewesen.
Flüchtling mit dem Hammer auf die Knie geschlagen
In einer zweiten Anklage wird dem 22-Jährigen zudem Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Demnach soll der Angeklagte am 2. April 2020 mit Mittätern den Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in der Xantener Straße unter Vorhalt eines Messers in ein Auto gedrängt haben. Anschließend sollen die Täter stundenlang mit dem Mann durch Köln gefahren sein, bis sie schließlich am Abend in einen Park in Bickendorf gelangt seien. In der Grünanlage sollen die Täter den Mann dann niedergeschlagen haben. Einer der Mittäter des Angeklagten soll dem Mann dabei mit einem Hammer auf beide Knie geschlagen haben.
Der Prozess wird fortgesetzt.


