Ein 42-jähriger Syrer soll seine Ehefrau mit 66 Messerstichen getötet haben. Vor Gericht legte er ein Geständnis ab. Er entschuldige sich bei den Kindern und bei der Familie seiner Frau.
Prozess in KölnSyrer soll Ehefrau getötet haben – „Ich wusste nicht mehr, was ich tat“

Blick auf das Landgericht in Köln.
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Er soll seine Ehefrau (36) aus „verletzter Ehre“ an Ostermontag vergangenen Jahres mit 66 Messerstichen und -schnitten getötet haben. Am Donnerstag legte der 42 Jahre alte Syrer, der vor dem Landgericht wegen Mordes angeklagt ist, ein Geständnis ab. „Ich kann mir nicht erklären, wie es so weit kommen konnte“, trug Verteidiger Baris Yesil vor der 5. Großen Strafkammer für seinen Mandanten vor. Er entschuldige sich bei den Kindern und bei der Familie seiner Frau. Der 42-Jährige wisse, dass die Tötung der Mutter seiner Kinder (4 und 6) „nicht mehr gut gemacht werden kann“, sagte der Anwalt aus Düsseldorf weiter.
Heimlich mitgeschnittene Telefonate
Laut der Mordanklage war der 42-Jährige am 18. April 2022 aus Bochum, wo er bereits seit einiger Zeit lebte und arbeitete, in die Kölner Wohnung seiner Frau gekommen, um sie und die Kinder zu besuchen. Als die ebenfalls anwesende Cousine des späteren Opfers, ins Bad ging, um sich das Kopftuch zu richten, soll der Angeklagte mit seiner Frau ins Schlafzimmer gegangen sein. Dort soll er die Tür abgeschlossen und seine Frau getötet haben, weil sie die Scheidung wollte.
„Ich wusste nicht mehr, was ich tat. Alles war voller Blut“
In der Erklärung wies der Angeklagte eine geplante Tötung seiner Frau zurück. Vielmehr habe die 36-Jährige unter Vorhalt eines Messers sein Handy verlangt. So habe sie verhindern wollen, dass der 42-Jährige heimlich mitgeschnittene Telefonate seiner Frau mit einem anderen Mann an ihre Familie zu schicken. „Die Gespräche waren sehr intim“, hieß es in der Erklärung. Doch der Angeklagte habe seiner Frau das Messer entwinden und es gegen sie richten können. „Ich wusste nicht mehr, was ich tat. Alles war voller Blut. Ich konnte nicht fassen, was geschah. Ich bin durchgedreht, war nicht mehr Herr meiner Sinne“, hieß es weiter.
Welche Konsequenzen es für die 36-Jährige hätte haben können, wenn die Aufnahmen des angeblich heimlich aufgezeichneten Gesprächs in die Hände ihrer Familie geraten wären, dazu erklärte später die Cousine des Opfers im Zeugenstand: „Es gibt keinen Spaß, was solche Sachen angeht. Wäre sie in Syrien, wenn so etwas bekannt wird, dann würde sie getötet werden“, sagte die 44-Jährige.
Die beiden Kinder des Paares sowie der Bruder des Opfers treten in dem Prozess als Nebenkläger auf. Die Kinder werden im Verfahren durch die Stadt vertreten, in deren Obhut sie sich auch befinden. Der Prozess wird fortgesetzt. Ein Urteil wird Ende des Monats erwartet.
