Quartiersgarage und Privat-ParkhausAuf der Suche nach einer Lösung für Kölns Autos

Vorne Garage, hinten Wohnen: Die Quartiersgarage in der autofreien Siedlung in Nippes.
Copyright: Foto: Thomas Banneyer
Köln – Die Kölner Stadtverwaltung sieht Quartiersgaragen und die Reservierung für Anwohner in privaten Parkhäusern nicht als Lösung, um wegfallende Parkplätze zu kompensieren (wir berichteten).
Das ist das Ergebnis einer mehr als zweijährigen Prüfung und Gesprächen mit Bauinvestoren sowie Betreibern privater Parkhäuser, demnach sind die städtischen Fördermittel unattraktiv, es lohnt sich nicht. Deshalb hat die Verwaltung dem Rat mitgeteilt, auf einen „Masterplan Quartiersgaragen“ zu verzichten, den sie für die Pilotgebiete Innenstadt, Nippes, Ehrenfeld, Kalk und Lindenthal aufstellen sollte. Er sei „nicht zielführend umsetzbar.“
Und jetzt? War es das mit dem Thema Quartiersgaragen und dem Dauerparken von Anwohnern auf reservierten Flächen in privaten Parkhäusern? Beide Ideen sind ja Teil des Kooperationsvertrages von Grünen, CDU und Volt im Stadtrat, so will das Mehrheitsbündnis in der Verkehrswende unter anderem das Flächenproblem lösen. Die Logik: Einerseits öffentliche Parkplätze wegnehmen und Radlern und Fußgängern zuschlagen, andererseits in neuen Quartiersgaragen und privaten Parkhäusern Alternativen für Autos anbieten. Nur: Ohne die beiden Lösungen gibt es schlicht weniger Parkplätze. Was also tun?
Das Thema ist damit noch nicht begraben
Die beiden großen Partner im Bündnis haben unterschiedliche Vorstellungen, Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Lino Hammer bezeichnet die Quartiersgaragen als einen Baustein, aber: „Das Hauptziel von uns ist es aber weiterhin, die Zahl der Autos in der Stadt zu senken, womit auch der Bedarf an Parkflächen zurückgehen wird.“ Die CDU will die Absage der Stadtverwaltung so nicht akzeptieren, die verkehrspolitische Sprecherin Teresa De Bellis sagt: „Für mich ist das Thema noch nicht begraben. Die Verwaltung muss die Themen näher an die Bauherren bringen.“ Dann müsse die Politik den Auftrag an die Verwaltung stärker formulieren, sie will einen erneuten Anlauf nehmen. Auch der Haus- und Grundbesitzerverein wirbt seit Jahren für die Quartiersgaragen.
Als der Rat die Verwaltung 2018 beauftragte, gab es das jetzige Ratsbündnis nicht, der Antrag kam von FDP und der Ratsgruppe Gut sowie Grünen und CDU. FDP-Fraktionschef Ralph Sterck sagt jetzt: „Das Ratsbündnis kommt in Zugzwang, wenn auf der einen Seite Quartiergaragen kaputtgeprüft oder wie am Ebertplatz abgelehnt werden, und auf der anderen Seite immer mehr Parkplätze im öffentlichen Raum wegfallen.“
Parkhausbetreiber in Köln winken ab
Die Stadt hatte laut eigener Aussage Parkhausbetreiber befragt, die hätten aber mit Sorgen um die Zutrittskontrolle und die Sicherheit abgewunken, wenn mehr Menschen es nutzen könnten. Und für Kurzzeitparker könnten weniger Plätze zur Verfügung stehen, zudem würden hohe Preise verlangt.
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Dabei gibt es durchaus Parkhäuser mit Kapazitäten, das bestätigt der Bundesverband Parken mit Sitz in Köln, dessen Mitglieder laut eigener Aussage mehr als 1,2 Millionen Pkw-Stellplätze in rund 4000 Objekten bewirtschaften. Der Verband teilt auch nicht die Einschätzung der Stadt, er teilt mit: „Der überwiegende Teil aller durch unsere Mitgliedsunternehmen bewirtschafteten Einheiten zeigt über den gesamten Tagesverlauf freie und somit nutzbare Kapazitäten, was insbesondere für die Abend- und Nachtzeiten gilt.“ Und: „Aus technisch-organisatorischer Sicht spricht nichts gegen eine Öffnung der Parkierungsanlagen für die Fahrzeuge der BürgerInnen (...).“ Kontrollsysteme könnten die Betreiber nachrüsten.
Ausgenommen von diesen Einschätzungen sind laut Verband geschlossene, private Stellplatzanlagen, die meist fest vermietet sind.

