Abo

Radfahren in KölnStadt ändert Ampelschaltung am Hansaring nach viel Kritik

Lesezeit 3 Minuten
Verdeckt: Der Radfahrer kann die Ampelanlage nicht sehen. Sie ist im Bild sichtbar, weil der Fotograf versetzt steht.

Verdeckt: Der Radfahrer kann die Ampelanlage nicht sehen. Sie ist im Bild sichtbar, weil der Fotograf versetzt steht.

Köln – Es gibt Radfahrer, die nennen im Internet die Markierungen „Schnittmuster des Grauens“. Gemeint ist die Kreuzung Bremer Straße/Hansaring/Adolf-Fischer-Straße. Gemeint ist die neue Verkehrsführung und die neue Ampelanlage für den Radverkehr an dieser Kreuzung. Entstanden ist ein komplexes Gebilde, das den Radlern mehrere Optionen offen lässt. Am Wochenende hat eine Gruppe von Radfahrern von der Initiative „Ringfrei“, dem Radfahrerverband ADFC und Lokalpolitikern die Kreuzung besichtigt. Hinterher war das Entsetzen groß.

Reinhold Goss von Ringfrei schilderte, dass einer aus der Gruppe die neue Spur für Radler (im Bild Nummer 2) Richtung Bremer Straße getestet habe und „fast auf der Motorhaube“ eines Autos gelandet wäre. Außerdem sei eine Ampelanlage für den Radverkehr durch ein Verkehrsschild verdeckt. „Um die Markierungen auf der Kreuzung zu verstehen, haben wir mit mehreren Leuten lange diskutiert“, sagte Christoph Schmidt vom ADFC.

Die Rundschau hat sich daraufhin am Dienstag die Änderungen vor Ort angeschaut und getestet. Tatsächlich war die Ampel für den Radverkehr aus Richtung Bremer Straße gestern durch ein Verkehrsschild verdeckt (1). Tatsächlich erkennen linksabbiegende Autofahrer aus der Bremer Straße nur sehr spät die Radfahrer, die gleichzeitig aus Richtung Klingelpützpark seit den Änderungen auf die Abbiegespur der Autofahrer (2) geführt werden. Wer Richtung Ebertplatz unterwegs ist und links zum Mediapark will, soll kurz vor dem Bürgersteig halten (3) und warten bis die Ampelanlage für Radfahrer auf der gegenüberliegenden Seite Grün zeigt. Zwei Meter weiter gibt es zusätzlich die Möglichkeit, den Ring über einen Radweg zu queren. Viele nutzten gestern gleich die erste Möglichkeit: den Überweg vor der Adolf-Fischer Straße (4) – den aber dürfen nur Fußgänger nutzen.

Auf der anderen Seite werden linksabbiegende Radfahrer kurz vor dem Bürgersteig auf der Bremer Straße gestoppt (5). Von dort kann er auch die Ampelanlage erkennen, die knapp unter dem Verkehrsschild hindurch leuchtet.

Die Rundschau hat die Mängel fotografisch dokumentiert und der Verwaltung zukommen lassen. Nur wenig später haben sich daraufhin Mitarbeiter die Kreuzung angeschaut und erste Änderungen beauftragt. Gibt es keine Schwierigkeiten werden Radfahrer aus Richtung Adolf-Fischer Straße und linksabbiegende Autofahrer aus der Bremer Straße schon heute nicht mehr gleichzeitig grünes Licht haben. Sie können sich also bei (2) nicht mehr begegnen. Das Verkehrsschild (1) soll heute so versetzt werden, so dass die Ampelanlage nicht mehr verdeckt wird.

Susanne Rosenstein, zuständig für die Ampelanlagen, sagte der Rundschau, dass die Situation der linksabbiegenden Autos aus der Bremer Straße bei der Planung „anders eingeschätzt“ worden sei. Vor Ort sei gestern deutlich geworden, dass die seit langem bestehende Führung der Linksabbieger auf den Hansaring „nicht so günstig“ sei. Die zusätzliche Querungsmöglichkeit neben der Kreuzung bleibe bestehen, solange sich baulich nichts ändert.

Der ADFC lädt Interessierte für den 31. August, 18 Uhr, zu einer Besichtigung am Hansaring ein. Gemeinsam soll ein Blick auf die Kreuzung und den Schutzstreifen für Radfahrer an dieser Stelle geworfen werden. Daran schließt ein Themenabend dazu an.

Rundschau abonnieren