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Radler-TreffEs steht gar nicht gut um die Schmitzebud

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Die legendäre Schmitzebud am Rather Mauspfad. (Foto: Belibasakis)

Köln – Vor sechs Jahren drohte sogar schon der Abriss, jetzt ist die Zukunft der „Schmitzebud“ wieder ungewiss. Seit Wochen hat der legendäre Radler-Treff am Rather Mauspfad bereits geschlossen, ein Immobilienmakler fahndet laut Geschäftsführer Dirk Kleber nach einem neuen Betreiber.

„Ich hab’ es zwei Jahre gemacht, aber es lohnt sich einfach nicht“, sagt Kleber, Inhaber des Dellbrücker „Höttche“, der die Bud am Vatertag 2012 wiedereröffnet hatte. Wenn zwei Mitarbeiter bezahlt werden müssten, reiche ein Umsatz von mitunter nur 60 Euro am Tag auf Dauer einfach nicht aus, sagt der Pächter heute. Zwar kehren in das Lokal Radfahrer, Wanderer und andere Ausflügler gerne ein, doch sind ihre Besuche auch sehr wetterabhängig. Es sei ihm nie um die „große Mark“ gegangen, als man ihm die Schmitzebud „ans Herz gelegt“ habe, sondern um die Erhaltung der Tradition, versichert Kleber. Aber die Betriebskosten könnten nicht gedeckt werden. Möglicherweise gehe das Konzept ja auf, wenn zum Beispiel ein Ehepaar die berühmte „location“ übernehme und keine Mitarbeiter bezahlt werden müssten.

Kultstatus früh erreicht

Kultstatus erreichte die Bud schon, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg von der Familie Schmitz übernommen wurde und Radprofis wie Rolf Wolfshohl, Karl-Heinz Kunde und Marcel Wüst auf ihren Touren zur Stärkung hier einkehrten. Bereits 1898 befand sich am Standort des heutigen Bistros ein Büdchen. Aus dem Kiosk wurde schließlich ein Lokal, das seit einem Umbau 2008 sogar für Feiern mit bis zu 40 Personen gemietet werden konnte und nicht nur Getränke-Automaten vorhält, sondern ebenso einen Automaten mit Fahrradschläuchen.

Beim Radklassiker „Rund um Köln“ flitzten traditionell die Radsportler an der Service-Station vorbei, angefeuert von den Fans. Von hier aus startete außerdem die sonntägliche Radtouristik-Fahrt „Permanente“ durchs Bergische Land.

Ende 2007 musste die damalige Betreiberin den ältesten deutschen Radsport-Kiosk aus gesundheitlichen Gründen schließen; eine Bürgerinitiative half damals mit, die „Trinkhalle“ zu erhalten. Gäste, die seit Jahren einkehren, sagen, Dirk Kleber habe seine Sache gut gemacht. Ob feste Nahrung oder flüssige – bei ihm es habe immer geschmeckt. (KE)