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Rapper „Murder Eyez“ aus SyrienAbdul Rahman will sich in Köln eine Existenz aufbauen

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Die Pose ist selbstbewusst, doch eigentlich ist er schüchtern, sagt Abdul Rahman über sich. „Als Rapper Murder Eyez bin ich eine andere Person.“ (Foto: Hanano)

Köln – Die harmloseste Geschichte, die Abdul Rahman, besser bekannt als Rapper „Murder Eyez“, über die aktuelle Situation in Aleppo, Syrien, erzählen kann, geht so: „Vier, fünf Familien leben in einer Wohnung zusammen, nicht aus Geldnot, sondern weil es nicht mehr Wohnungen gibt, es ist alles zerstört.“

Das Leid, die Gräuel aus seiner Heimatstadt sind weit weg, doch die Bilder erreichen ihn jeden Tag in den Nachrichten und jede Nacht in seinen Alpträumen. Er schildert Szenen, die zu grausam sind, als dass man sie aufschreiben könnte. Seine Schwester mit ihrer Familie und einige Verwandte leben noch in Aleppo, manchmal hört er von ihnen, meistens nichts, fast immer hat er Angst um sie.

„Die syrischen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sind traumatisiert, innerlich zerstört“, sagt der IT-Ingenieur, der 2013 nach Rostock kam und mittlerweile politisches Asyl und eine Arbeitserlaubnis erhalten hat. Seit zwei Wochen wohnt er in Köln. „Ich bin nicht hier, um zu Hause rumzusitzen“, sagt er. Sein Traum ist es, wie in Aleppo ein Musik-Studio und ein Geschäft für Hip-Hop-Mode zu besitzen. Doch er steht am Anfang. „Ich bin dabei, Deutsch zu lernen, danach brauche ich eine Chance, Unterstützung, um endlich unabhängig sein zu können.“

Startkapital hat er keines, aber eine Botschaft. Derzeit arbeitet er an einem neuen Song: „A Syrian Speech“. „Er soll eine Rede sein an alle Araber, an andere Musiker. Ich will ihnen sagen: Steht auf und redet. Erzählt allen: Wir sind auch Opfer des IS-Terrors, das ist der Grund, warum wir fliehen“, sagt Abdul Rahman, dessen Musik noch heute in Syrien gehört wird. Von seinen Fans hat er den Beinamen „syrische Legende“ erhalten. Auf Youtube kann man sich seinen populärsten Song anhören „sigh of aleppo“, Aleppos Klage. Das Video ist nichts für zarte Gemüter, hinterlegt mit grausamen Bildern aus Aleppo.

„Ich trauere um meine Heimat“, sagt Abdul Rahman. „Sie ist 12 000 Jahre alt, jetzt ist alles zerstört, unser Reichtum, unsere Kultur, eine ganze Generation.“ Dann sagt er noch: „Wir waren wie ihr.“