Köln – In ein verstecktes Idyll lud die Volkshochschule ein, um das Programmangebot für das zweite Halbjahr vorzustellen. Nachhaltigkeit ist der Schwerpunkt, weshalb einige Kurse aus den Klassenräumen heraus in einige von Kölns grünen Oasen führen. Eine der schönsten ist der VHS-Biogarten am Thurner Hof in Dellbrück. Hier geben Bea Frenzke und Reinhardt Dettlaff sowie ein Team Ehrenamtlicher Einblicke ins ökologische Gärtnern und Imkern.
Bauerngarten an der Mielenforster Straße
„Was heute Urban Gardening heißt, ist hier unter dem Namen Gemeinschaftsgarten entstanden“, sagt VHS-Leiter Jakob Schüller. Auf dem 7200 Quadratmeter großen Gelände an der Mielenforster Straße wächst seit 1988 zwischen historischen Gebäuden ein Bauerngarten heran. Ganz im Sinne des öffentlichen Bildungsauftrags ist jeder und jede eingeladen, sich zu beteiligen. Das sprichwörtliche „back to he roots – zurück zu den Wurzeln“ ist hier Konzept. „Wir gärtnern ohne den Einsatz von Chemie nach den Gesetzen des Naturkreislaufs“, erklärt Bea Frenzke.
Was im Ackerbau unwirtschaftlich wäre, ist im VHS-Biogarten möglich: der Anbau alter einheimischer Gemüse und die Gestaltung von ökologischen Nischen für Käfer, Nager, Igel oder Vögel mit Totholz und Steinen. An manchen Beeten verbieten Schilder das Ernten. Denn hier wird Saatgut herangezogen. Ein Experiment, wie fast alle Beete Probierfelder sind, derzeit besonders im Umgang mit Dürreperioden. Alle Beobachtungen und Erfahrungen werden in VHS-Kursen weitergegeben.
Ins Auge fällt der Hügel, den das Garten-Team für Mais, Kürbis und Stangenbohnen aus morschem Holz, Laub, Stauden- und Blumenresten sowie Komposterde aufgeschichtet hat. So ist für Durchlüftung des Bodens und Feuchtigkeitsspeicherung gesorgt – Düngen und Bewässern fast überflüssig.
In den Blumenbeeten ist der lila Wiesen-Oregano eine ideale Weide für Bienen. Aber auch die breitblättrige Wicke aus dem Mittelmeerraum wird im Biogarten toleriert. „Sie bietet Nahrung für tierische Klimamigranten wie die schwarze Holzbiene, die Nektar aus Blüten holen, die einheimischen Arten verschlossen bleiben“, erläutert Bea Frenzke.
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Als VHS-Teilnehmer kam Reinhardt Dettlaff 1990 zum Imkern. Die honigerzeugenden Insekten beeindruckten ihn ebenso wie ein Imker, der Schädlinge in den Wabenkästen mit Ameisensäure statt chemischen Mitteln bekämpfte. Sieben Völker der Volksschulhochschule summen heute im Biogarten. Dazu kommt etwa ein Dutzend VHS-Teilnehmende, die nach erfolgreichem Imker-Lehrgang bis zu zwei Jahre lang ein eigenes Bienenvolk in dem ehemaligen Rittergut halten dürfen.
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