Die verdeckt geführten Ermittlungen richten sich gegen eine vorwiegend rumänische Tätergruppe, die sechs Geldautomaten in NRW und Rheinland-Pfalz gesprengt haben sollen.
Razzia auch in Köln und BonnPolizei gelingt Schlag gegen Geldautomaten-Bande

Splitter und ein Schild mit der Aufschrift „Geldautomat“ liegen auf dem Fußboden vor einem gesprengten Geldautomaten
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Seit September des vergangenen Jahres hatte die Polizei verdeckt ermittelt, nun hat sie am Donnerstagnachmittag einen 47-Jährigen festgenommen. Er soll gemeinsam mit anderen zwischen April 2021 und Februar 2023 insgesamt neun Geldautomaten gesprengt haben. Bei der Aktion wurden drei Wohnhäuser in Niederkassel-Mondorf, Köln und Bonn durchsucht. Hintergrund des Einsatzes sei ein Ermittlungsverfahren der bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW) gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Dabei gehe es unter anderem um den Verdacht des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gemeinschaftlichen schweren Bandendiebstahls.
Sechs Automaten in NRW und Rheinland-Pfalz gesprengt
Die verdeckt geführten Ermittlungen richten sich gegen eine vorwiegend rumänische Tätergruppe im Alter von 30 bis 52 Jahren. Die sollen sich bei den Geldautomatensprengungen abgewechselt haben, die Polizei spricht von „wechselnder personeller Besetzung“. Die Verdächtigen sollen sechs Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen und drei in Rheinland-Pfalz gesprengt haben.
Dabei nutzten sie nach Angaben der Polizei überwiegend Fahrzeuge der Marken Alfa Romeo und Fiat. Die Tatbeute beläuft sich nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen auf rund 450 000 Euro. Der Gruppe wird außerdem vorgeworfen, eine Vielzahl von Fahrzeugdiebstählen und Einbrüchen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz begangen zu haben.
Der 47-Jährige, der bei der Aktion festgenommen wurde, ist der Hauptverdächtigerund wird europaweit mit mehreren Haftbefehlen (u.a. in Luxemburg, Schweiz, Ungarn, Rumänien und Deutschland) gesucht. Der gegen diesen bereits im Vorfeld der Maßnahmen durch die Ermittler der ZeOS NRW erwirkte Haftbefehl konnte nunmehr vollstreckt werden. Der Beschuldigte wird im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt.
Im Rahmen des internationalen Informationsaustausches konnten die Ermittler Verbindungen der Tätergruppierung in sechs europäische Länder (Belgien, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Österreich, Rumänien) feststellen. Die Ermittler fanden außerdem „umfangreiches Beweismaterial“, so die Mitteilung. Die Ermittlungen, insbesondere die Auswertung der aufgefundenen Beweismittel, dauern an.(EB)
