Seit gut zwei Wochen regnet es immer wieder. Den meisten Menschen reicht es dicke. Und die Natur? Ist es für sie bald mal genug?
RegenperiodeKölner Stadtbäume können noch mehr Wasser brauchen

Regengüsse in Köln: Ärgernis für die Hochzeitsgesellschaft und Segen für den Stadtbaum.
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„Für alles, das oberflächlich wurzelt, war das schon eine gute Dosis“, sagt Christoph Hölzer, stellvertretender Leiter des Amts für Landschaftspflege und Grünflächen. Aber genug Regen ist seiner Meinung nach noch nicht heruntergekommen. Und das, obwohl laut den Aufzeichnungen von Wetterkontor an der Messstelle am Köln-Bonner Flughafen seit Anfang Juli rund 115 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen ist.
„Für die Bäume müsste es noch viel mehr regnen“, stellt der Fachmann fest. Denn bis Wasser in die tiefen Bodenschichten, in denen Platanen, Eichen oder Buchen wurzeln, vordringt, dauert es. „Gerade bei Straßenbäumen, die ihre Wurzeln auch unter der Fahrbahndecke haben, ist viel Regen notwendig, bis im Boden ausreichend Flüssigkeit ist“, sagt Hölzer. „Die Größe des Wurzelwerks ist enorm“, erläutert Hölzer. Als Richtwert kann gelten, dass Krone und Wurzelwerk ein ähnliches Ausmaß haben.
Trotz Hitze: Ältere Bäume waren noch nicht geschädigt
Wegen des feuchten Frühjahrs seien die Kölner Bäume aber nicht in großer Not, meint Hölzer. "Da ist der Regen bis in tiefe Bodenschichten vorgedrungen. Auch in der Hitze waren große Bäume noch nicht erheblich geschädigt." Zwar hätten Linden schon verfrüht Fruchtkörper entwickelt, aber erheblicher Stress sei bei Bäumen in einem Alter über zehn Jahren noch nicht zu verzeichnen gewesen.
Auch wenn es vielen in den letzten Tagen nicht so vorgekommen sein dürfte, war der Juli bundesweit zu warm. Das teilte der Deutsche Wetterdienst nach Auswertung seiner über 2.000 Messstationen mit. Da half auch der deutliche Temperaturrückgang nach den Hitzetagen Anfang des Monats nicht. In Köln betrug der Temperaturrekord in diesem Sommer 36 Grad, der niedrigste Wert lag bei rund 19 Grad.
186 Sonnenstunden im Juli in Köln
Der Wetterdienst nennt den Juli im Rückblick zwar „ausgewogen sonnig“, jedoch dürfte NRW „nach vorläufiger Auswertung das sonnenscheinärmste Bundesland gewesen sein“. Rund 186 Sonnenstunden konnten Kölnerinnen und Kölner in dem Monat genießen. Doppelt so viele gab es im Juni. Sonnenanbeterinnen und Sonnenanbeter müssen sich noch etwas gedulden: Laut dem Wetterdienst „wetter.com“ soll der Himmel erst Ende der kommenden Woche wieder für mehrere Tage aufbrechen.
Unwetterschäden im Stadtgarten sind beseitigt
Indes sind die Unwetterschäden, die ein Sturm am 24. Juli im Stadtgarten an den Bäumen angerichtet hatte, behoben. „Elf Bäume mussten dort gefällt werden“, berichtet Hölzer auf Rundschau-Nachfrage. Der Wind habe rund ein Drittel des Baumbestands beschädigt.
Die Mitarbeitenden des Grünflächenamts waren gut eine Woche mit Aufräumarbeiten beschäftigt. An- und abgebrochene Äste und Zweige mussten abgesägt und aufgesammelt werden. Mehrere Tage musste der Stadtgarten wegen der Schäden für die Bevölkerung gesperrt bleiben.