Das Rhein-Niedrigwasser wird sich nach Meinung von Fachleuten noch bis in den Herbst ziehen.
Rhein-NiedrigwasserKeine „substanzielle Entspannung“ in Sicht

Eine Frau geht am 13. August bei Niedrigwasser am Rheinufer entlang.
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Der Rhein führt immer weniger Wasser. An vielen Stellen gleicht Deutschlands meistbefahrene Wasserstraße eher einem Rinnsal. Und das wird wohl noch für Wochen so bleiben, befürchten Fachleute.
Denn trotz des vorhergesagten Regens rechnen die Experten und Expertinnen nicht mit einem baldigen Ende des Rhein-Niedrigwassers.
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz teilte bereits am 13. August in ihrem wöchentlichen Bericht dazu mit, wenn die erwarteten Niederschläge tatsächlich fielen, könnte der Rhein in der neuen Woche „um einige Dezimeter steigen“ - also um mehrere zehn Zentimeter.
Rhein-Niedrigwasser: „Substanzielle Entspannung nicht vor Oktober“
Die „ausgeprägte Niedrigwassersituation“ wäre dann jedoch bei weitem nicht beendet. Eine „substanzielle Entspannung“ zeichne sich laut sogenannten Sechs-Wochen-Vorhersagen „nicht vor Anfang Oktober ab“.
Am 12. August hatte auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) nach der Schaltkonferenz mit den Ländern zu Niedrigwasser erklärt: „Die nächsten Wochen werden anspruchsvoll. Die Wasserstände an Rhein und Donau bleiben vorerst sehr niedrig.“ Diese großen Flusssysteme benötigen Fachleuten zufolge immens viel Regen, um wieder deutlich anzusteigen - mehrere Schauer reichen nicht.
In Köln lag der Pegel am Sonntag (16. August) bei 46 Zentimetern, wie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mitteilt.
Durch das Niedrigwasser im Rhein kommt derzeit nicht nur die Schifffahrt an ihre Grenzen, sondern auch einiges ans Tageslicht. So wurde am Samstag (15. August) beim KD-Tickethäuschen unter der Hohenzollernbrücke ein Bereich vorsorglich abgesperrt, weil im Rhein ein verdächtiger Gegenstand gemeldet wurde. Ob es sich dabei um Kriegsmunition oder einen harmlosen Gegenstand handelt, ist noch nicht bekannt. Am Sonntag will der Kampfmittelbeseitigungsdienst das untersuchen.
Keine Adventsflut, keine Frühjahresflut
Der einstige langjährige Chef der Kauber Rheinfähre zwischen Rüdesheim und Koblenz, Heinz-Dieter Kimpel, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Früher hatten wir die Adventsflut und die Frühjahresflut. Das hat jetzt gefehlt.“ Der 83-Jährige ergänzte: „Echtes Niedrigwasser in dieser Jahreszeit hatten wir noch nie. Normalerweise kommt das erst im Herbst.“
Niedrige Pegelstände auch noch im September und Oktober halte er daher für gut möglich. Kimpel wohnt seit etlichen Jahrzehnten am Kauber Rheinufer. (red mit dpa)