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Beliebter Treffpunkt im VeedelMarienburger Büdchen stellt Konzept um – künftig ohne Pizza

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Das Marienburger Büdchen ist ein beliebter Treffpunkt im Veedel. Neuerdings gibt es dort keine Pizza mehr und Bänke und Stühle vor dem Kiosk wurden entfernt.

Das Marienburger Büdchen ist ein beliebter Treffpunkt im Veedel. Neuerdings gibt es dort keine Pizza mehr und Bänke und Stühle vor dem Kiosk wurden entfernt.

Nach Protest eines Anwohners ist der Kiosk am Südpark an Sonn- und Feiertagen geschlossen. Die beliebte Pizza wurde aus dem Angebot entfernt.

Anton Jurina, Sven-Oliver Pink und Ben Ruedinger haben vor rund drei Jahren das Büdchen am Südpark in Marienburg übernommen, mit dem Ziel, einen Nachbarschaftstreff in dem sonst eher beschaulichen Veedel zu etablieren. Die drei Kölner haben Vollzeit-Jobs, das Büdchen betreiben sie nebenberuflich. Der Kiosk wurde stadtweit mit seiner neapolitanischen Pizza bekannt. Doch die gibt es seit Ende April nicht mehr. Auch ist das Büdchen derzeit an Sonn- und Feiertagen nicht mehr geöffnet.

„Das letzte Jahr war eine zähe Zeit für uns“, sagt Sven-Oliver Pink. „Bei gutem Wetter kamen viele Menschen aus ganz Köln zu uns, kauften Pizza, und machten es sich mit dem Essen hinter dem Büdchen auf der kleinen Wiese bequem.“ Es habe einen Pizzabäcker gegeben, der rund um die Uhr gebacken habe. Bei schlechtem Wetter kam dann aber weniger Kundschaft, deshalb sei das Personal nicht vollends ausgelastet gewesen. „Das hat sich langfristig nicht rentiert, das Food-Konzept war in der Form schlicht nicht richtig für das Büdchen“, so Pink.

Zu gemütlich: Beschwerde zwingt Büdchen zur Anpassung

Ein weiteres Problem: Für das Büdchen gebe es bislang nur eine Straßenverkaufslizenz, die ausschließlich den Verkauf von Speisen und Getränken zum Mitnehmen erlaubt. Eine Toilette gibt es nicht, Ware muss in To-go-Verpackung herausgegeben werden. Doch die Betreiber wollten ein bisschen Gemütlichkeit bieten. Deshalb habe man den Kuchen auf Porzellantellern und den Kaffee in Keramikbechern gereicht. Damit hätten die Gäste auf ein paar wenigen Stühlen und angebrachten Bänken rund ums Büdchen gesessen. Pink gibt zu: „Da waren wir zeitweise naiv.“

Nach Darstellung Pinks gefiel dieses Vorgehen einem einzelnen Anwohner irgendwann nicht mehr. Dieser habe sich bei verschiedenen städtischen und politischen Stellen über den Andrang beschwert und auf die To-go-Lizenz hingewiesen. Die Konsequenz: „Das Büdchen ist momentan an Sonn- und Feiertagen zu“, sagt Pink. Sitzmöglichkeiten mussten entfernt werden. „Das ist insbesondere für ältere Menschen schade, die bei uns jeden Tag ihr Stück Kuchen essen und sitzen möchten.“

Die Betreiber des Büdchens Marienburg (v.l.n.r.): Anton Jurina, Sven-Oliver Pink, und Ben Ruedinger.

Die Betreiber des Büdchens Marienburg (v.l.): Anton Jurina, Sven-Oliver Pink, und Ben Ruedinger.

Die Betreiber gingen jedoch kein Risiko ein und hielten sich seitdem an die Lizenz-Regeln. Gleichzeitig versucht das Betreiber-Trio seit einem Jahr, eine Gewerbeanmeldung zu bekommen, damit zumindest ein wenig Außen-Bestuhlung wieder möglich sei. Die Drei sind zuversichtlich, dass diese bis Ende des Jahres vorliegen könnte.

Auch hätten seine Mitbetreiber und er versucht, mit dem Anwohner ins Gespräch zu kommen und eine verträgliche Lösung zu finden – laut Pink aber bislang ohne Erfolg. „Wir wollen niemanden ärgern. Es wird hier keinen Biergarten oder zweiten Brüsseler Platz geben. Um 19 Uhr ist das Büdchen zu.“ Pink erzählt, dass die Mehrheit der Nachbarschaft unterstützend und wertschätzend sei, und äußert auch Verständnis für den Anwohner: „Er wünscht sich, am Wochenende in einem weiterhin ruhigen Wohnviertel leben zu können. Allerdings begrüßt der Großteil der direkten Nachbarschaft eher das Angebot, das das Büdchen ins Veedel bringt, als sich daran zu stören.“

Neustart mit Sauerteig: Grilled Cheese statt neapolitanischer Pizza

Die kulinarische Lücke, die seit dem Pizza-Aus entstanden ist, konnten die Betreiber zumindest wieder füllen. „Wir bieten seit Kurzem Grilled-Cheese-Sandwiches aus Sauerteigbrot an. Sie erfüllen das To-go-Konzept und werden von den Gästen gut angenommen“, sagt Pink.

Das Brot wird jeden Morgen vom Café Central in der Innenstadt geliefert. Auch Sauerteig-Laibe bietet das Büdchen an. Voraussichtlich im September oder Oktober dieses Jahres wolle man das Angebot nochmals erweitern. Dann soll vorgefertigter Sauerteig zu sogenannten New-York-Pizza-Slices verarbeitet werden, also großen, einzelnen Pizzastücken. Diese werden dann im Pizzaofen fertig gebacken und auf Pappschalen auf die Hand ausgegeben.