Gottesdienst im BrauhausPfarrer aus Köln-Raderberg bringt die Kirche in die Kneipe

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Ein Mann mit Mütze und Brille steht im Gastraum eines Brauhauses.

Jugendpastor Tobias Will von der evangelischen Philippus-Gemeinde hält am kommenden Sonntag einen Karnevalsgottesdienst im Brauhaus am Kloster.

Die Philippus-Gemeinde in Raderthal will auf die Menschen zugehen und feiert erstmalig einen karnevalistischen  Gottesdienst in einem Lokal.

Jugendpastor Tobias Will und ein Team von fünf Gemeindemitgliedern feilten in den vergangenen Wochen an einer Premiere: Erstmalig veranstaltet die evangelische Philippus-Gemeinde in Raderthal einen Gottesdienst in einer Kneipe. Der findet am Sonntag, 4. Februar, um 10.30 Uhr im „Brauhaus am Kloster“ auf der Brühler Straße 108 statt.

„Es wird ein Karnevals-Gottesdienst. Man kann gerne verkleidet kommen, muss aber nicht. Es wird eine Predigt geben, Fürbitten, wir werden das Vater Unser beten, alles begleitet von karnevalistischer Musik. Die macht zum Teil eine Band bestehend aus Gemeindemitgliedern, zum Teil kommt sie vom Band“, berichtet Will.

Idee zum Gottesdienst entstand bei der Sündenverbrennung

Die Idee zu einem Gottesdienst in einer Kneipe sei schon vor einigen Jahren aufgekommen, bei der Sündenverbrennung am Veilchendienstag, die die Gemeinde seit geraumer Zeit gemeinsam mit dem Bürgerverein Raderberg und -thal veranstaltet. „Dann kam Corona und die Idee trat erst einmal in den Hintergrund“, erzählt Will.

2022 und 2023 veranstaltete die Gemeinde bereits einen Karnevals-Gottesdienst, der in ihrer Kirche in Raderthal gefeiert wurde. „Das ist gut angekommen und so lebte auch die Idee wieder auf, es doch einmal in einer Gaststätte zu versuchen“, sagt der Jugendpastor. Der Gedanke dahinter sei, nicht immer das Gleiche zu machen, sondern auch neue Formate auszuprobieren und damit womöglich auch neue Leute anzusprechen, beschreibt Will.

Motto des Karnevals-Gottesdienstes lautet „In unserem Veedel“

„Wir wollen als Kirche rausgehen ins Veedel und nicht nur warten, dass die Menschen zu uns kommen“, erklärt der 29-Jährige. Die Kirche müsse flexibel sein und den Protestanten könne es vielleicht auch guttun, etwas lockerer zu werden, meint er. Den Wirt des Brauhauses konnte Will schnell für das Vorhaben gewinnen. „Ich finde die Idee sehr gut. Die Zeiten haben sich geändert und wenn die Leute nicht in die Kirche gehen, muss die Kirche zu den Leuten gehen“, ist Antonio dos Santos überzeugt. Das Motto des Karnevals-Gottesdienstes lautet „In unserem Veedel“, dass sich nicht nur in der Musik, sondern auch in den Wortbeiträgen widerspiegeln soll. Die Predigt wird Will halten.

 „Unser Pfarrer Eberhard ist nicht dabei, weil er dann im Urlaub ist, aber er unterstützt uns mit Rat und Tat“, erzählt der junge Theologe. Den Gottesdienst wird er im hinteren Bereich des Brauhauses abhalten. Dort finden gut 70 Stühle Platz, darüber hinaus gibt es einige Stehplätze. „Wir wollen es kurzhalten und am liebsten unter einer Stunde bleiben. Im Anschluss gibt es noch Zeit, zu bleiben, sich zu unterhalten und – wer mag – ein Kölsch zu trinken“, sagt Will.

Ob die Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholt wird oder eventuell auch außerhalb des Karnevals, sei noch offen. „Wir schauen erst einmal, wie der Gottesdienst im Brauhaus ankommt, aber wir sind eigentlich sehr zuversichtlich“, so Will.

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