Bevor ein Zeitplan erstellt werden kann, müssten Machbarkeitsstudien erstellt, politische Beschlüsse gefasst und Planungsleistungen vergeben werden, sagt die Stadt.
Seit November 2024 gesperrtTurnhalle der Grundschule Rosenzweigweg weiter ohne Termin für Sanierungsbeginn

Die Turnhalle der Grundschule am Rosenzweigweg muss saniert werden. Wann die Schüler hier wieder Sport machen können, steht noch nicht fest.
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Seit Mitte November 2024 ist die Turnhalle der Grundschule Rosenzweigweg in Zollstock gesperrt. Der Grund: gravierende bauliche Mängel. Bei einer Untersuchung der Decke und der Unterzüge seien Schäden festgestellt worden, die Auswirkungen auf Tragfähigkeit und Funktionalität hätten, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Aus Sicherheitsgründen wurde die Halle geschlossen.
Sie soll saniert werden und ist Teil eines städtischen „Turnhallenpakets, von dem insgesamt acht Turnhallen profitieren sollen“, wie die Stadt mitteilt. Dennoch ist derzeit noch offen, wann die Arbeiten tatsächlich beginnen können. Aktuell würden Machbarkeitsstudien erstellt, danach müssten politische Beschlüsse gefasst und Planungsleistungen vergeben werden. Erst im Anschluss könne ein Zeitplan erstellt werden, erklärt die Stadt.
Die Modernisierung der Sporthalle aus den 1930er Jahren ist bereits seit Jahren geplant. Verzögert habe sich das Vorhaben jedoch unter anderem durch die Flüchtlingssituation sowie die Corona-Pandemie. Zwar wurden in der Turnhalle am Rosenzweigweg keine Geflüchteten untergebracht, im Stadtbezirk Rodenkirchen diente die Sporthalle an der Mainstraße als Unterkunft. Nach dem Auszug der Geflüchteten habe diese zunächst wieder für den Sportbetrieb hergerichtet werden müssen, wie die Stadt erläutert: „Daher mussten für den Schul- und Vereinssport Ausweichturnhallen zur Verfügung gestellt werden – eine davon war die Halle am Schulstandort Rosenzweigweg.“
Eine weitere erhebliche Verzögerung entstand laut Stadt dadurch, dass das zunächst beauftragte Architekturbüro die verschiedenen Fachingenieure und Expertisen nicht ausreichend koordinieren konnte. In der Folge musste ein neues Büro gefunden und beauftragt werden. Darüber hinaus nennt die Stadt geänderte Vorgaben, die eine Überarbeitung der Planung erforderlich machten, eine neue Bewertung der Bausubstanz, Vergabehindernisse sowie die Tatsache, dass lärm- und staubintensive Arbeiten ausschließlich in den Sommerferien durchgeführt werden können, als Gründe für den verzögerten Fortschritt der Sanierung.
Sport an Ausweichsstandorten
Auf Sport müssen die 170 Schüler und Schülerinnen der Rosenzweigschule dennoch nicht verzichten. Zunächst konnte die Schule ein halbes Jahr lang die Turnhalle der Nikolausgrundschule mitnutzen. Inzwischen sind die Klassen auf mehrere Orte verteilt.
Die ersten und zweiten Klassen fahren einmal pro Woche zur Grundschule Gaedestraße in Marienburg. Die dritten Klassen haben wöchentlich Schwimmunterricht im Zollstockbad. Für die Viertklässler geht es einmal pro Woche ins Sportcenter Kautz in Sülz. „Wir geben alle unser Bestes, damit die Schüler ihren Sportunterricht haben. Es ist eine organisatorische Herausforderung, natürlich viel aufwendiger, als die eigene Halle zu nutzen, aber es läuft“, sagt Schulleiter Georg Urban.
Auch aus Sicht der Schulpflegschaft funktioniert der Sportunterricht derzeit, doch es gibt Einschränkungen. „Die Kinder haben keinen Leidensdruck. Viele finden gerade das Sportcenter richtig gut. Aber für besondere Veranstaltungen wie zum Beispiel Theateraufführungen und Weiberfastnacht gibt es keine Ausweichmöglichkeiten. Die Aula ist nicht groß genug für alle Schüler“, berichtet die Schulpflegschaftsvorsitzende Andrea Till.
Zusätzliche Kosten entstehen ebenfalls: Allein die Miete für das Sportcenter liegt bei knapp 3000 Euro im Monat, hinzu kommen rund 2150 Euro monatlich für Busfahrten nach Marienburg. „Man fragt sich, wie lange die Stadt das noch finanzieren kann“, meint Till besorgt.
Sanierungsstart offen
Rund um die Halle sind zudem bereits vorbereitende Arbeiten erfolgt. Teile des Schulhofs wurden geöffnet, um den Bereich unter der Schulhofdecke zu untersuchen und abzustützen. Einige Flächen sind weiterhin abgesperrt. Laut Stadt wurde dabei auch festgestellt, dass die Entwässerung der Halle nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. „Die Absperrung ist natürlich sehr misslich, weil die Kinder dadurch weniger Platz auf dem Schulhof haben. Zudem sehen wir überhaupt nicht, dass die Arbeiten hier vorangehen“, sagt Till. Ein Konzept für neue Leitungen liege vor und werde derzeit geprüft, so die Stadt.
Wann die neuen Leitungen verlegt werden und die Sanierung der Halle startet, ist jedoch weiterhin unklar. Die Halle wird auch von den Schülern der Wilhelm-Leyendecker-Schule am Rosenzweigweg genutzt, die sich zur aktuellen Situation auf Nachfrage dieser Zeitung jedoch nicht äußerte. Außerdem findet das Training von Sportvereinen in der Umgebung üblicherweise in der Halle statt.

