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Zollstocker DienstagszugJecke waren auf neuen Wegen unterwegs

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Schüler in blau-roten Kostümen laufen im Zug mit.

Die Schüler der Nikolaus-Grundschule haben viel Spaß im Zug. 

Neue Streckenführung und Premiere für den Zugleiter: Der Zollstocker Dienstagszug zeigte, dass  Veränderungen echter Veedelsfreude nichts anhaben kann.

Der Start war etwas holprig. „Bei der Aufstellung hat es aus Eimern gegossen, dadurch sind einige Zugteilnehmer abgesprungen, und wegen eines KVB-Unfalls in der Nähe der Haltestelle Eifelstraße wurde unser Zug verspätet freigegeben. Aber es war trotzdem ein toller Zug, und die Stimmung war prima“, erzählen Michael Siegenbruck, Vorsitzender der Freunde des Zollstocker Dienstagszugs, und Zugleiter Sven Reidock. Mit rund 15 Gruppen - darunter eine Tanzgruppe, mehrere Musikgruppen und vier Festwagen - und etwa 1.400 Teilnehmern zog der Traditionszug am Veilchendienstag wieder durch Zollstocker Straßen und lockte zahlreiche Karnevalsfreunde ins Veedel.

Keine Absperrung der Vorgebirgstraße

Der Zug musste in diesem Jahr eine neue Route nehmen. Aus Kostengründen konnten die „Freunde des Zollstocker Dienstagszugs“, die den Zug organisieren, die Absperrung der Vorgebirgstraße nicht finanzieren. Damit entfiel der gewohnte Weg vorbei an den Seniorenhäusern in der Bremstraße und der Sibylle-Hartmann-Straße – ein Punkt, der dem Verein besonders am Herzen liegt.

Zwei Männer winken in die Kamera.

Zugleiter Sven Reidock und Michael Siegenbruck von den Freunden des Zollstocker Diensttagszugs freuen sich über einen gelungenen Zug, auch wenn das Wetter nicht so mitspielte.

Doch es fand sich eine Lösung: „Die Heimbewohner konnten an den Höninger Weg gebracht werden und dort mitfeiern“, freut sich Reidock. Zudem bog der Zug vom Südfriedhof kommend an der Kreuzung Höninger Weg/Gottesweg links in den Gottesweg ein – und kam so erstmals näher am ASB-Seniorenheim vorbei. „Die Bewohner hatten es dadurch nur einen Katzensprung zum Zug und haben sich riesig darüber gefreut“, erzählt Reidock.

Entlang des Zugwegs säumten zahlreiche große und kleine Jecke die Straßen. Vor der Kneipe „Kläävbootz“ am Gottesweg moderierte wie gewohnt Siegenbruck das bunte Treiben – allerdings zum letzten Mal. Nach 16 Jahren gibt er diese Aufgabe ab. „Ich habe es lange gemacht, es ist Zeit, den Staffelstab abzugeben“, sagt Siegenbruck, der künftig mehr im Hintergrund wirken will.

Zwischen 11.500 und 13.000 Euro kostete der Zug in diesem Jahr. 2250 Euro steuerte die Stadt bei. Für die teilnehmenden Gruppen blieb die Teilnahme kostenlos. „Das soll auch so bleiben“, betonen Reidock und Siegenbruck. Zusätzliche Unterstützung für Kitas und Schulen mit Wurfmaterial, wie vor der Corona-Pandemie, sei derzeit allerdings nicht mehr zu leisten. Für Reidock war es in diesem Jahr eine Premiere – er marschierte zum ersten Mal als Zugleiter an der Spitze des Zuges. „Ich mache auf jeden Fall weiter“, sagte er nach dem Zug.

Wie der Zugweg im kommenden Jahr aussehen wird, steht noch nicht fest. Klar ist nur: Der Zollstocker Dienstagszug bleibt ein Höhepunkt im Veedelskarneval – ganz gleich, welche Kurve er nimmt.