Köln – Wenn Köln eine Bilderbuchansicht hat, dann ist es der Blick von der Rheinpromenade auf Altstadt und Dom. Und wenn Köln eine Flaniermeile hat, auf der Jung und Alt, Einheimische und Touristen mit Vorliebe unterwegs sind, dann ist das eben die Rheinuferpromenade. Doch die Flaniermeile erfuhr nicht immer die Würdigung, die ihrem Status gerecht geworden wäre. Eine uneinheitliche Oberfläche, mehr Flickwerk als Promenade. Das soll nun anders werden. Seit August arbeitet die Stadt daran, ihre Schokoladenseite herauszuputzen. Die Rundschau hat nun mit dem zuständigen Abteilungsleiter Kai Lachmann die Baustelle besichtigt.
Pläne für eine bessere Präsentation
„Ja, diese Prachtmeile war mit den Jahren reichlich verschlissen“, sagt Lachmann offen. Über Jahrzehnte gab es nur punktuelle Ausbesserungen. Meist notwendig geworden, durch einzelne Wurzeln der 27 Bäume, die nach oben strebten. So gingen die Jahrzehnte dahin. Die Planer der Stadt steckten schließlich die Köpfe zusammen und machten sich mit Unterstützung eines Ingenieurbüros Gedanken darüber, wie die Promenade besser präsentiert werden kann.

Wenn der Rhein mitspielt, kann Ende 2022 alles fertig sein.
Copyright: Thomas Banneyer
Der Promenadenverlauf zwischen Deutzer Brücke und Malakoffturm wurde in vier Bauabschnitte unterteilt. Über sie hinweg wird die Flaniermeile in drei Zonen aufgeteilt. Direkt am Rhein die „Verweilzone“. „Hier sollen die Menschen in Ruhe den Blick auf den Fluss oder eben auf die Altstadt genießen können“, sagt Lachmann. Darauf folgt die „Transitzone“. Wer auf dem Fahrrad oder zu Fuß aufs Ankommen fixiert ist, nur wenig Zeit für schöne Ausblicke hat, der ist dort gut aufgehoben. Schließlich die Ruhezone. „Auf den Bänken, im Schatten der Bäume, kann dort Pause gemacht werden“, so der Leiter der Straßenbauabteilung. „Um den Ruheeffekt noch zu unterstreichen, werden unter anderem die Baumbeete vergrößert.“
Von einander abgehoben werden die drei Zonen allein durch unterschiedliche Pflasterung. Größere Steine markieren die Transitzone. Feinere, kleinere, die Ruhe- und Verweilzone. „Regelrechte Markierungen als Trennlinien wollten wir bewusst nicht“, betont Lachmann. Es soll nicht preußisch zugehen auf der Prachtmeile Kölns. Alles darf sich miteinander ein wenig vermischen, bei gegenseitiger Rücksichtnahme.

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Im ersten Bauabschnitt braucht es noch ein wenig Fantasie, damit die neue Flaniermeile einem fertig vor Augen steht. Drei Firmen haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen und den Auftrag erhalten. „Hier ist noch viel Handwerk gefragt“, erklärt Lachmann. Die Hochwasserschutzwand am Rande der Rheinuferstraße wurde mit hübsch anzuschauenden Steinen verklinkert.

Die Stadt ist dabei, die Promenade kräftig aufzumöbeln.
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Um einzelne Bäume herum wurden schon große Beete ausgehoben. Stellenweise haben bereits die Pflasterarbeiten für die Zonen begonnen. „Ende April wollen wir mit diesem ersten Abschnitt fertig sein“, so Lachmann. Doch es gibt Unwägbarkeiten , die nicht in der Hand der Verwaltung liegen. „Bei Hochwasser oder starkem Frost müssen wir unterbrechen.“ Bleibt das aus, erstrahlt laut Plan Ende 2022 die Promenade vollständig in neuem, würdigen Glanz. Unter dem Strich sind dafür 3,5 Millionen Euro prognostiziert. „Allein für das neue Geländer direkt am Rhein müssen rund 800 000 Euro gezahlt werden“, rechnet der Abteilungsleiter vor. Dafür sieht es aber auch weit schmucker aus, als das alte. Es wird der herausgeputzten Prachtmeile sozusagen das Krönchen aufsetzen.
