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Kommentar

Satirischer Wochenrückblick
Gesucht: Das neue Gesicht der Kölner Müllabfuhr

1 min
Vor 20 Jahren: die Müllmenschen von HA Schult vor dem Kölner Dom.

Vor 20 Jahren: die Müllmenschen von HA Schult vor dem Kölner Dom.

Die Abfallwirtschaftsbetriebe suchen einen neuen Chef oder eine neue Chefin. Wollen Sie sich bewerben? Hier ist das Anforderungsprofil.

Das Anforderungsprofil muss man erstmal erfüllen. Die Müllabfuhr sucht ein „neues Gesicht nach außen“, einen Boss, beliebt wie die Kehrmännchen, denen als letzte Kohorte beim Rosenmontagszug regelmäßig der Applaus der Jecken gewiss ist. Entschlossen wie der Oberbürgermeister, der seinen Dienstwagen am liebsten gegen einen Müllsauger tauschen würde, so populär wie die Müllmenschen des Aktionskünstlers HA Schult, die es sogar bis an die Chinesische Mauer geschafft haben. Und so freundlich wie der wuschelige Oskar aus der Mülltonne, dessen fröhliches Liedchen „Ich mag Müll“ alle Chancen hätte, im Fastelovend ganz weit vorne zu landen.

Der Kölner mag Müll vor allem, wenn er ihn losgeworden ist

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, muss das „neue Gesicht“ nur noch eine Abfallwirtschaftsbetriebsamkeit an den Tag legen, die man bis heute nur von den Heinzelmännchen kennt. Weil der Kölner, formulieren wir es mal vorsichtig, Müll vor allen dann mag, wenn er ihn losgeworden ist und dafür auch mal unkonventionelle Methoden anwendet.

Zu den beliebtesten zählen das Quetschen von Hausmüll in öffentliche Papierkörbe, neben denen Pfandflaschen jeglicher Art abgestellt sind und das zur Schau stellen unbrauchbarer Gegenstände am Straßenrand, versehen mit einem Pappschild mit der Aufschrift „Zu verschenken“.

Mehr muss es nicht mitbringen – das „neue Gesicht“ der Müllabfuhr. Den Job möchte ich nicht geschenkt haben.