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Das nächste Mal 2081Am 12. August 2026 beeindruckt ein doppeltes Himmelsphänomen

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Schüler beobachten die Sonnenfinsternis 2015 in Kassel.

Bei der Sonnenfinsternis verdunkelt sich am Tag der Himmel. (Symbolbild)

Eine fast totale Sonnenfinsternis und hunderte Sternschnuppen. Am 12. August öffnen Sternwarten ihre Tore für ein seltenes Naturspektakel.

Am 12. August 2026 lohnt sich ein Blick in den Himmel. Kurz bevor hunderte Sternschnuppen als Höhepunkt des jährlichen Perseidenschauers verglühen, findet ein noch viel selteneres Ereignis statt: Eine fast totale Sonnenfinsternis verdunkelt den Himmel über Europa. Das letzte Mal 1999, das nächste Mal erst 2081, ist das ein Ereignis, das sich Sternwarten bundesweit zum Anlass nehmen, die „Lange Nacht der Astronomie“ zu feiern.

Auch in und um Köln öffnen verschiedene Institutionen ihre Tore für Interessierte. Dort kann man in den Abend- und Nachtstunden des 12. August die fast totale Sonnenfinsternis bestaunen, oft von einem familienfreundlichen Rahmenprogramm begleitet. 

Eine ganz besondere Sonnenfinsternis

Am 12. August verdeckt der Mond die Sonne fast komplett. In Köln verdunkelt sich die Sonnenscheibe dabei um rund 90 Prozent, in Nordspanien und Irland sogar total. Tim Ruster vom Kölner Planetarium erklärt: „Es wird die erste totale Sonnenfinsternis über dem europäischen Festland seit 1999.“ Die Nächste gäbe es erst im Jahr 2081 zu bestaunen. Obwohl partielle Sonnenfinsternisse nicht ungewöhnlich sind, ist das Ausmaß dieser auf jeden Fall die Aufmerksamkeit wert. 

Tim Ruster

Tim Ruster, oder Astro-Tim, gibt seit Jahren Führungen und Lesungen im Kölner Planetarium.

„Lange Nacht der Astronomie“ auch in Köln und Umgebung

Aus diesem Grund veranstalten Sternwarten und Planetarien in ganz Deutschland die „Lange Nacht der Astronomie“. Auch in Köln öffnet die Volkssternwarte am Schiller-Gymnasium ihre Tore. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität zu Köln gibt es dort ab 19 Uhr ein abwechslungsreiches Programm, das das besondere Naturspektakel begleitet. 

Isabelle Breloy, wissenschaftliche Koordinatorin an der Universität zu Köln, betont, dass das Event speziell für alle Altersgruppen entwickelt wurde: „Kinder können eigene Spektrometer bauen, und Hobby-Astronomen können mit renommierten Wissenschaftlern der Uni Köln fachsimpeln. Weiterhin wird das neue FYST/CCAT-Teleskop vorgestellt und es gibt Demonstrationsexperimente zu begutachten.“ 

Volkssternwarte in Köln

Von der Volkssternwarte in Köln lässt sich die Sonnenfinsternis gut beobachten. (Archivbild)

Als Highlight kann die Sonnenfinsternis durch spezielle Teleskope und Brillen beobachtet werden. Sogar bei bewölktem Himmel wird Abhilfe geschaffen: Live-Übertragungen von Teleskopen mit freier Sicht auf die Sonne ermöglichen dann die Beobachtung des Himmelsereignisses.

Kölner Umland: Hier ist die Sonnenfinsternis sonst zu sehen

Nicht nur in, sondern auch um Köln können Schaulustige mit professionellen Instrumenten die Sonnenfinsternis in verschiedenen Sternwarten beobachten. In Mönchengladbach, Bonn, Solingen und Erkrath öffnen die Sternwarten in den Abendstunden des 12. August.

Alle teilnehmenden Institutionen können auf der Homepage der „Langen Nacht der Astronomie“ auf einer interaktiven Karte eingesehen werden. Auch wer es nicht zu einer Sternwarte schafft, kann von zu Hause aus mitfiebern: Ein Live-Stream wird Bilder von verschiedenen Teleskopen übertragen.

Wo kann man die Sonnenfinsternis am 12. August sonst noch sehen?

Wer die Sonnenfinsternis auf eigene Faust beobachten will, sollte sich schon vorher einen geeigneten Platz suchen. Da sie während des Sonnenuntergangs stattfindet, ist ein Ort mit freien Blick nach Westen notwendig. Die Finsternis beginnt um 19.18 Uhr und hat ihren Höhepunkt um 20.12 Uhr. Sie endet dann mit dem Sonnenuntergang um ca. 21 Uhr.

Partielle Sonnenfinsternis in Hamburg 2022

Die Sonnenfinsternis lässt sich nur mit besonderen Brillen beobachten. (Symbolbild)

Auf jeden Fall zu beachten ist, dass ein direkter Blick in die Sonne ohne spezielle Brillen oder Filter auf jeden Fall vermieden werden muss. Schon für eine kurze Zeit kann das permanente Netzhautschäden verursachen. Auch normale Sonnenbrillen helfen da nicht. Ruster erklärt: Eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille mit ISO 12312-2 sei notwendig. Diese ist günstig online erhältlich.

Doppeltes Spektakel: Auch die Perseiden haben ihren Höhepunkt am 12. August

Auf dieselbe Nacht, vom 12. auf den 13. August, fällt auch der Höhepunkt der Perseidenschauer. Obwohl diese jedes Jahr wiederkehren, sind die Sternschnuppen es immer wert, sich einen dunklen Ort zur Beobachtung zu suchen. 

Die Perseiden sind jedes Jahr wiederkehrend und immer einen Anblick wert.

Die Perseiden sind jedes Jahr wiederkehrend und immer einen Anblick wert.

Die Perseiden sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrendes Himmelsereignis. Sie haben einen gemeinsamen Ursprung, den Komet 109 P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt ihn auf ihrer Bahn um die Sonne und trifft dabei auf die von ihm verstreuten Teile. Jede herabfallende Sternschnuppe ist dabei eigentlich ein Staubteilchen, das mit großer Geschwindigkeit die Erde trifft, dabei aufgeheizt wird und anfängt zu glühen. Bis zu 60 Meteore pro Stunde lassen sich zum Höhepunkt des Perseidenschauers wahrnehmen.

Die Perseiden: Hier sind Sie rund um Köln zu sehen

Ruster weist darauf hin, dass die Kölner Innenstadt auf Grund der hohen Lichtverschmutzung eher ungeeignet für die Beobachtung des nächtlichen Himmelsphänomens ist. „Bessere Chancen bieten Grünflächen am Stadtrand mit freien Blick nach Nordosten“, sagt Ruster. In der Wahner Heide seien sie zum Beispiel bei klarem Himmel gut zu sehen.

Auch eine Fahrt in die Eifel lohnt sich laut Ruster: Diese gilt als verifizierter Sternenpark, in dem keine hohe Lichtverschmutzung herrscht. Ein weiterer Glücksfall: „Der Höhepunkt des Schauers fällt fast exakt mit dem Neumond zusammen. Der Himmel bleibt dunkel, der Mond stört nicht“, so Ruster. Das beste Beobachtungsfenster in der Nacht vom 12. auf den 13. August ist zwischen Mitternacht und 4 Uhr, aber auch schon an den Tagen davor und danach sind vermehrt Sternschnuppen zu sehen.