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SpringreitenBalanceakt und Galoppsprünge

3 min

Jeden Tag reitet Philipp Siegel sein Holsteiner Warmblut Cadillac, das er vor vier Jahren gekauft hat.

Köln – Mein Vater ist Springreiter, meine Mutter reitet Dressur – bei uns auf dem Hof stehen sechs Pferde. Ich bin in den Pferdesport hineingeboren worden und mein Talent wurde früh erkannt und gefördert. Mit drei Jahren habe ich zum ersten Mal auf einem Pony gesessen und mit Fünf habe ich mit dem Springreiten angefangen. Erst mal habe ich Grundlagen gelernt, zum Beispiel wie man richtig ausbalanciert, und dass man sich ruhig verhält auf dem Pferd.

Philipp Siegel arbeitet als Auszubildender im Straßenbau. Das frühe Aufstehen stört ihn nicht: „Morgens wird gearbeitet. Dafür habe ich nachmittags Zeit“. Ab 16.30 Uhr gehört diese Zeit seinen Pferden. Der Hobby-Springreiter nimmt im Jahr an bis zu 35 Wettkämpfen teil. Mit seinem Holsteiner Warmblut Cadillac nimmt der 21-Jährige Hürden von bis zu 150 Zentimeter Höhe. Die gehen gemeinsam für den Reiterverein Oranjehof an den Start, der zu den größten in Köln gehört. Siegel  hat bereits mehrere Siege in Klasse S (schwere Stufe) eingefahren und an internationalen Turnieren teilgenommen. (pas)

Mein Pferd Cadillac ist 13 Jahre alt. Ich habe ihn vor vier Jahren gekauft. Ich reite ihn jeden Tag mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde, später geht’s noch mal aufs Pferde-Laufband und dann zum Entspannen auf die Wiese. Insgesamt verbringe ich zwei bis drei Stunden pro Tag bei den Pferden, jeden Tag. Im Jahr können es schon mal 30 bis 35 Turniere sein, also fast jedes Wochenende.

Cadillac ist 1,75 Meter groß. 165 bis 169 Zentimeter sind das „normale“ Stockmaß für Springpferde, mein Pferd gilt also schon als sehr groß. Man fällt eigentlich immer mal runter. Wenn das Pferd vor dem Sprung verweigert, muss man sehen, wo man bleibt. Vor dem Wettkampf muss das Springpferd mindestens zehn Minuten Schritt gehen, damit die Muskulatur geschmeidig wird und um Sehnenschäden vorzubeugen. Eine Viertelstunde vor dem Start darf man den Parcours besichtigen. Man misst per Schrittmaß die Distanzen zwischen den Hindernissen.

Wenn ich auf ein Hindernis zureite, zähle ich die Galopp-Sprünge. Ich rechne etwa 4 Meter pro Galoppsprung. Die Rechnung geht eigentlich immer auf. Man kann sich aber schon mal verschätzen. Dann muss man entweder etwas zureiten oder am Kopf reiten, also die Sprünge verkürzen. Dazu hält man an den Zügeln gegen und lehnt sich mit dem Oberkörper leicht zurück.

Beim Wassergraben kommt es darauf an, so nahe wie möglich heranzukommen. Bei Stall-Hindernissen springt man deutlich früher ab. Außerdem muss man mit mehr Tempo anreiten, damit die Länge von drei Metern zu schaffen ist.