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Kommentar

Südbrücke
Stadt Köln will eher Gesicht wahren als echte Lösung präsentieren

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Südbrücken-Betreiber Boris Witschke mit Kira Wolter auf dem Open-Air-Gelände.

Südbrücken-Betreiber Boris Witschke mit Kira Wolter auf dem Open-Air-Gelände. 

Seit Jahren warten die Betreiber der Südbrücke auf eine Genehmigung für die langfristige Nutzung. Es liegt am mangelnden Interesse der Stadt, meint unsere Autorin.

Der öffentliche Druck auf die Bauaufsicht wurde einfach zu groß. Zwei Wochen nachdem bekannt geworden war, dass sie die Events an der Südbrücke in Poll per Ordnungsverfügung verboten hatte, musste sie offenbar einknicken. Das wirkt eher wie eine gesichtswahrende Geste als eine echte Lösung. Doch warum muss erst einmal ein öffentlicher Aufschrei passieren, damit die Stadt einhält, was sie den Betreibern zum Start der Open-Air-Saison in Aussicht gestellt hat? Nämlich die Einzelgenehmigungen für viele Events im Juli und August verlässlich zu erteilen. 

Die Bauaufsicht müsste sich den hohen bürokratischen Aufwand, der damit einhergeht, eigentlich nicht antun. Der NRW-Erlass von 2024, der das Veranstalten von bis zu 25 Events im Jahr mit unter 5000 Personen regelt, wurde ja genau dafür formuliert. Er sollte die Verfahren entbürokratisieren, indem die Abnahme durch die Bauaufsicht entfällt. Warum das letztes Jahr für die Südbrücke in Ordnung war und dieses Jahr nicht mehr, bleibt weiter schwer verständlich.

Südbrücke Köln wartet seit Jahren auf langfristige Genehmigung

Dass die Veranstalter nach fünf Jahren ihre Motivation immer noch nicht verloren haben, zeigt, wie viel Leidenschaft, Ausdauer und auch Geld in diesem Projekt stecken. Jeden Sommer kämpfen sie darum, für die Kölner ein alternatives Kulturprogramm auf die Beine zu stellen. Zu den Gründen, weshalb ein langfristiger Spielbetrieb problematisch ist, hat die Verwaltung lange geschwiegen. Auf den neuen Druck hin nennt sie nun noch fehlende Unterlagen in Sachen Verkehr und Emissionen. Vor Jahren waren noch die mittlerweile umgesiedelten Zauneidechsen, dann die angeblichen Lärmbeschwerden oder die nicht vorgesehene kulturelle Nutzung im Bebauungsplan die genannten Gründe.

Die Location ist unkonventionell und ermöglicht jede Menge Kreatives. Und Köln braucht Open-Air-Flächen. Das ist eigentlich seit Jahren Konsens in der Lokalpolitik. Nur tun möchte man für die Umsetzung dieses Ziels offenbar nichts. In Köln haben es Veranstalter schwer, die sich abseits von Hochkultur, Karneval und Mainstream-Events bewegen. Der unmögliche Zickzack-Kurs der Stadt im Fall der Südbrücke zeigt, dass sie an der alternativen Location und ihrem Erhalt kein großes Interesse hat. Sie muss sich hier endlich klar positionieren und die langfristige Genehmigung erteilen.