Das vergangene Jahr hat gezeigt: Die Asiatische Tigermücke ist längst auch in Köln angekommen.
Invasive ArtStadt Köln bittet um Mithilfe bei der Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke

Eine tote Asiatische Tigermücke. (Symbolbild)
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Im August 2025 ist die Asiatische Tiermücke erstmals in Köln nachgewiesen worden, genauer gesagt in Nippes und Rodenkirchen. Auch in zwei weiteren Stadtteilen wurden Exemplare entdeckt. Das gab die Stadtverwaltung bekannt. In der Region rund um Köln wurde sie ebenfalls im vergangenen Sommer gesichtet, in Euskirchen sogar schon im Jahr 2021.
Bei dem Insekt handelt es sich um eine invasive Art, deren Ausbreitung eingeschränkt werden sollte. Denn die Asiatische Tigermücke kann Krankheiten übertragen, unter anderem das West-Nil-Virus sowie Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren. Daher gibt das Gesundheitsamt Köln nun Tipps heraus, wie jede und jeder dazu beitragen kann, die Stechmücken-Population einzudämmen.
Wenn die Temperaturen steigen – wie aktuell in Köln – schlüpfen die ersten Tigermücken aus Überwinterungseiern, erklärt die Stadt. Außerdem gelangen immer wieder Exemplare durch den „kontinuierlichen Eintrag durch internationalen Reise- und Güterverkehr“ nach NRW, wie das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA) mitteilte.
Der Klimawandel trägt wesentlich dazu bei, dass sich die eigentlich aus anderen Breitengraden stammende Art bei uns immer wohler fühlt. Die Winter sind nicht mehr so kalt wie noch vor Jahrzehnten. In anderen Teilen Deutschlands, vor allem in Süddeutschland, ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) schon weiter verbreitet als in NRW.
Das können Kölnerinnen und Kölner gegen die Tigermücke tun
Die Stadt rät zur Eindämmung der Tigermücke, indem mögliche Brutstätten auf dem eigenen Grundstück beseitigt werden. Dazu gehören Wasseransammlungen in Blumentopfuntersetzern, Eimern oder Gießkannen. Diese einmal wöchentlich zu entleeren reicht. Gegenstände, in denen sich Regenwasser ansammeln kann, sollten umgedreht oder abgedeckt werden. Regentonnen können mit einem engmaschigen Netz oder Deckel verschlossen werden.
Wenn ein Wasserbehälter von Mückenlarven befallen wurde, sollte man ihn leeren und gründlich mit heißem Wasser (mindestens 60 Grad Celsius) und kräftigem Abschrubben reinigen. Regenrinnen sollten regelmäßig von Laub und Schmutz befreit werden, damit Wasser ablaufen kann.
Grundsätzlich sollte man natürlich nicht auf Wasserstellen im Garten oder auf dem Balkon verzichten, da viele Tiere davon profitieren. Sie sollten jedoch von Anfang April bis Anfang Oktober mindestens einmal pro Woche gereinigt und neu befüllt werden.
Tabletten helfen gegen Larven der Tigermücke
Wenn Brutmöglichkeiten nicht anders beseitigt werden können, kann man mit Bti-Tabletten nachhelfen. Diese Tabletten beinhalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven einiger Mückenarten tödlich ist. Man kann sie alle 14 Tage verwenden. Die Tabletten sind in Baumärkten, Gartencentern und teilweise auch in Drogerien zu kaufen.
Tigermücken erkennt man vor allem an ihrer Musterung: Die Insekten haben ein auffälliges Schwarz-Weiß-Muster am ganzen Körper und eine markante weiß-silbrige Linie, die mittig über Kopf und Rücken verläuft. Ins Auge fällt auch, dass das hinterste Beinpaar mit weißer Spitze („weiße Schuhe“) endet. Dennoch besteht Verwechslungsgefahr mit einheimischen Mücken.
Tigermücken stechen tagsüber
Anders als diese sind Tigermücken tagaktiv und stechen nicht nur in der Dämmerung. Sie gelten als sehr stechfreudig. Wird man gestochen, fühlt sich dies genauso unangenehm wie bei anderen Mücken an. Dass man sich mit einem Virus infiziert, ist nicht besonders wahrscheinlich. Bislang sind keine Fälle in NRW bekannt. Denn: Um die Krankheitserreger zu übertragen, muss die Mücke zuvor einen infizierten Menschen gestochen haben.
Die Stadt Köln bittet alle Bürgerinnen und Bürger, aufmerksam zu sein und Sichtungen und Funde der Tigermücke zu melden. Bei der Stadt geht dies mit einem Foto unter der Adresse tigermuecke@stadt-koeln.de. Auffällige Mücken sollten auch an den Mückenatlas gesendet werden, damit dort eine Bestimmung vorgenommen werden kann. Hinweise zur Verpackung und zum Versand von Tigermücken gibt es auf der Internetseite www.mueckenatlas.com