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"Unermüdlich gekümmert"Schwestern lösen Konvent auf

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Die verbliebenen sieben Schwestern verlassen ihren historischen Standort Ehrenfeld.

Köln – 152 Jahre. Das ist selbst in der langen Geschichte der Kirche kein Wimpernschlag. Es geht also in Ehrenfeld etwas zu Ende, das eine Grundfeste dieses Stadtteils ist: Die Armen Schwestern vom heiligen Franziskus, die das Ehrenfelder Krankenhaus 1868 gegründet haben, lösen ihren Konvent auf. Sie hat das Schicksal so vieler Orden getroffen. Es fehlt an Nachwuchs.

Der Kopf sagt: Es ist vernünftig. Doch das Herz trägt schwer am Abschied. „Die altersbedingte Auflösung des Konvents ist natürlich richtig“, sagt Schwester Katharina Maria. Doch diese Einsicht macht es nicht leichter: „Manche Schwestern hatten ihren Wirkungskreis über 55 Jahre hier im Ehrenfelder Krankenhaus“, erläutert sie. Es bleiben vor allem die vielen Beziehungen zu den Menschen hier im Krankenhaus und im Stadtteil.“ Die noch verbliebenen sieben Schwestern kehren in das Mutterhaus nach Aachen zurück oder ziehen in andere Häuser des Ordens um.

Über zwei Weltkriege beständig

Das St. Franziskus-Hospital wurde von den Armen Schwestern vom heiligen Franziskus 1868 in Zeiten der Cholera-Epidemie in Ehrenfeld gegründet. In der langen wechselvollen Geschichte mit zwei Weltkriegen haben die Ordensschwestern die Geschichte des Krankenhauses bis zuletzt geprägt. Von der Trägerschaft hatten sich die Ordensschwestern schon länger verabschiedet.

Seit 2002 gehört das St. Franziskus-Hospital zur Hospitalvereinigung St. Marien GmbH, die wiederum Teil der Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria mit Sitz in Köln-Longerich ist.

„Rückgrad und Herz des Krankenhauses“

„Das St. Franziskus-Hospital und die Menschen in Ehrenfeld haben den Ordensschwestern viel zu verdanken“, sagt Geschäftsführerin Dagmar Okon. Die Franziskanerinnen seien nicht nur Pionierinnen der modernen Krankenpflege in Köln-Ehrenfeld, sondern über die Jahrzehnte hinweg das Rückgrat und Herz des Krankenhauses gewesen. „Sie haben sich unermüdlich um die Patienten gekümmert und in leitender Funktion Verantwortung übernommen“, dankt Okon. Und der Kölner weiß, niemals geht man so ganz: „Die Verbundenheit wird mit dem Franziskus-Fest und vielen prägenden Ritualen weitergeführt“, versichert die Geschäftsführerin.

Am kommenden Mittwoch, 7. Oktober, wird es einen offiziellen Abschied geben. Weihbischof Dominikus Schwaderlapp zelebriert für die Schwestern ein Pontifikalamt in St. Peter. Was hätte ein Volksfest werden können, findet in der Pandemie nicht öffentlich statt.