Köln – Es mag ein Gewinn an Lebensqualität sein, wenn den Autos Raum genommen wird. Finanziell ist es eher ein Verlust, wie das Straßenamt in seinem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2020 auflistet. Im Zuge der Neuaufteilung des Straßenraums sind auch Parkautomaten weggefallen – und mit ihnen Einnahmen.
„Die Anzahl der im öffentlichen Straßenland aufgestellten Automaten ist im Laufe des Jahres 2020 von 2748 auf 2706 gesunken“, heißt es in dem Bericht. Das klingt nicht üppig, schlägt aber dennoch zu Buche: Noch 2019 wurde mit der Parkraumbewirtschaftung rund 20 Millionen Euro eingenommen.
Immer weniger Bargeld
In 2020 sanken die Einnahmen auf 17,1 Millionen Euro. Rund drei Millionen also weniger. Zur Begründung heißt es: „Der Rückgang der Erträge steht insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von bewirtschafteten Stellplätzen im Rahmen der Umsetzung von verkehrlichen Maßnahmen wie beispielsweise die Realisierung des Verkehrskonzepts Altstadt.“ Dazu komme, dass Stellflächen zur Förderung des Radverkehrs weg gefallen seien.
Schlaglöcher
Der Kampf gegen Straßenschäden scheint für die Stadt Köln einem Ritt gegen Windmühlen gleich zu kommen: Im Schnitt registriert das Straßenamt jährlich an die 20 000 Schlaglöcher und großflächige Beschädigungen. Und die Zahl nimmt nicht ab, denn: „Die Anzahl der offenen Schäden ist gleichbleibend hoch und konnte aufgrund des fortbestehenden Personalmangels nicht reduziert werden“, heißt es im Tätigkeitsbericht des Amtes. Weiter heißt es: „Trotz ausbleibender echter Wintertage in 2020 waren die Straßenschäden im Frühjahr so gravierend, dass unsere Mitarbeiter an einem Wochenende im März auf freiwilliger Basis eine eigens initiierte Schlaglochbeseitigungsaktion durchgeführt haben.“ Weil auch das nicht reicht, werden viele Aufträge an Firmen vergeben. (ngo)
Dort, wo die Automaten noch stehen, werden sie immer weniger mit Bargeld gefüttert. Handyparken - also das Bezahlen über eine App - , Geld- und Kreditkarten – ist auf dem Vormarsch. Der Anteil an den Bezahlungen lag vergangenes Jahr bei 24,3 Prozent. Im Vorjahr waren es noch rund 19 Prozent. Tendenz weiter steigend, denn die Stadt tauscht immer mehr alte Parkautomaten aus. Für sie kommen moderne Geräte, die alle Bezahlungsarten zulassen. 2020 wurden allein 150 Geräte ausgewechselt. „In 2021 setzen wir den Austausch abgeschriebener Parkscheinautomaten und die Umrüstung auf Geräte mit Kredit- und Debitkartenzahlung fort“, heißt es in dem Bericht.
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Parkgebühren sind eine gute Einnahmequelle für die Stadt. Und sie wird auch nicht auf breiter Front wegbrechen, denn es kommen ganz neue Standorte für die Automaten dazu. So werden unter anderem in Bayenthal und Braunsfeld neue Bewohnerparkgebiete ausgewiesen. Darum werden dort rund 150 Parkscheinautomaten aufgestellt.
Die Automaten sind keine Selbstläufer. Sie müssen regelmäßig gewartet, repariert und auch geleert werden. Allein 2020 wurden an den Parkscheinautomaten rund 19.000 Kontrollen und Wartungen sowie mehr als 30 000 Entleerungen durchgeführt. Diese Arbeiten vergibt die Stadt Köln an Firmen.


