Die Schwerbehindertenquote stieg im Jahr 2021 in der Kölner Stadtverwaltung auf 9,02 Prozent. Im bundesweiten Vergleich aller Arbeitgeber sank sie dagegen 2021 auf 4,61 Prozent.
Vorbildliche QuoteStadt Köln beschäftigt deutlich mehr Mitarbeitende mit Handicap

Eine Beschäftigte im Rollstuhl. In der Kölner Stadtverwaltung ist die Beschäftigungsquote der Menschen mit Handicap so hoch wie nie (Symbolbild).
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Bei der Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeitern hat die Kölner Stadtverwaltung im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten Inklusionsbericht 2021 hervor. Die nach amtlichen Kriterien ermittelte Schwerbehindertenquote stieg auf 9,02 Prozent. Damit lag sie deutlich über der gesetzlichen Pflichtquote von 5,0 Prozent und erstmals mehr als zwei Prozentpunkte über dem selbst gesteckten Ziel der Stadt von 7,0 Prozent.
2009 hatte die Quote 6,4 Prozent betragen, sie ist seitdem kontinuierlich gestiegen. Zum Vergleich: Bei den öffentlichen Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen lag die Schwerbehindertenquote zuletzt im Schnitt bei 7,0 Prozent. Im bundesweiten Vergleich aller Arbeitgeber sank sie 2021 auf 4,61 Prozent. Wer sie nicht erfüllt, muss Ausgleichszahlungen leisten.
Ein Überblick in Zahlen
1765 Menschen mit Schwerbehinderung waren Ende vergangenen Jahres bei der Stadt Köln beschäftigt. Das Stammpersonal der Gesamtverwaltung umfasste zu diesem Zeitpunkt 21 623 Personen. Die Quote wird jedoch nicht allein aus diesen beiden Zahlen errechnet, hierbei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. 2009 lag die Zahl der Schwerbehinderten in der Stadtverwaltung bei 1058, im Jahr 2017 bei 1546.
11,7 Prozent beträgt der Anteil der schwerbehinderten Menschen im Dezernat VIII (Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften) des Beigeordneten William Wolfgramm. Damit ist es das Dezernat mit der höchsten Schwerbehindertenquote. Im Dezernat II (Finanzen und Recht) von Stadtkämmerin Dörte Diemert liegt die Quote bei 9,9 Prozent, im Dezernat VI (Planen und Bauen) von Markus Greitemann bei 8,8 Prozent. Die niedrigste Quote hat das Dezernat VII (Kunst und Kultur) des Beigeordneten Stefan Charles.
64,1 Prozent der Schwerbehinderten in der Stadtverwaltung sind Frauen
64,1 Prozent der Schwerbehinderten in der Kölner Stadtverwaltung sind Frauen. Das entspricht in etwa ihrem Anteil am Gesamtpersonal. Die Stadt beschäftigt laut Inklusionsbericht 61,9 Prozent Frauen und 38,1 Prozent Männer. 52,7 Jahre ist das durchschnittliche Alter der schwerbehinderten Mitarbeiter der Verwaltung. Dagegen liegt das Durchschnittsalter des Gesamtpersonals bei 44,6 Jahren. Die Differenz erklärt die Stadt damit, dass der Hauptanteil schwerer Behinderungen durch Krankheit verursacht werde. Somit erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit einer Schwerbehinderung mit steigendem Alter. Dementsprechend war der Anteil der Schwerbehinderten in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen am größten.
33,6 Prozent der Schwerbehinderten in der Verwaltung arbeiten in Teilzeit, das entspricht der Quote der Gesamtbelegschaft (33,0 Prozent). 111schwerbehinderte Beschäftigte hatten Ende 2021 eine Leitungsfunktion inne. Damit betrug ihr Anteil an den insgesamt 1778 Führungskräften der Stadt 6,2 Prozent. In den Dezernaten übernahmen im Mittel 8 Prozent des Personals mit Schwerbehinderung Führungsverantwortung und 11 Prozent des Personals ohne Schwerbehinderung.
52 Menschen mit Schwerbehinderung wurden im Jahr 2021 von der Stadt Köln eingestellt, darunter zehn Auszubildende. 2016 wurde die Inklusionsvereinbarung der Stadt Köln beschlossen, die die gesetzlichen Regelungen des Schwerbehindertenrechts ergänzt. Ziel der Vereinbarung ist es laut Stadt, „ein stärkeres Bewusstsein für die Potenziale der Inklusion von Menschen mit Behinderung in betriebliche Strukturen sowie für alle Belange von betroffenen Mitarbeitenden zu schaffen“.
