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„Vorfreude“ bei Sänger Björn HeuserMitsing-Konzerte in Köln starten wieder

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Der Kölner Sänger Björn Heuser vor dem Brauhaus Gaffel am Dom 

Köln – Knapp zwölf Jahre lang stand Björn Heuser fast jeden Freitagabend mitten im Erdgeschoss im Gaffel am Dom, bevor Corona auch hier für ein jähes Ende sorgte. Ab kommenden Freitag legt der Kölschbarde endlich wieder los – vorerst aber in eingeschränkter Version in der Domstube im 1. Stock. Dominic Röltgen hat mit dem 39-Jährigen vorab gesprochen.

Am Freitag geht es nach langer Zwangspause endlich wieder mit den Mitsingkonzerten weiter. Wird alles wieder so wie vor Corona?

Es ist einfach nur mega, dass wir wieder gemeinsam singen dürfen. Aber leider darf ich noch nicht wieder im Erdgeschoss gemeinsam mit hunderten von Menschen singen, so wie wir es über zwölf Jahre gemacht haben. Stattdessen finden nun erst mal Abende im kleineren Rahmen vor rund 50 Leuten oben in der Domstube statt. Daran, dass die ersten Abende bereits innerhalb eines Tages ausverkauft waren, sieht man auch, dass die Leute tierisch Bock darauf haben. Anders als sonst, werden wir für diese Abende nämlich Eintritt nehmen müssen, damit sich das auch wirtschaftlich lohnt. Dass die Leute so bereitwillig da mitziehen, ehrt mich wirklich sehr. Natürlich wird alles nach den derzeitigen Corona-Schutzmaßnahmen ablaufen – es gelten also die drei Gs. Mir persönlich ist es wichtig, dass daraus kein Superspreader-Event wird.

Gaffel am Dom

Die Shows am jetzigen Freitag sowie am 23. Juli und 6. August sind ausverkauft. Deswegen finden den gesamten August Konzerte freitags statt. Die Shows beginnen bereits um 20.30 Uhr. Tickets für die Mitsingkonzerte von Björn Heuser im Gaffel am Dom kosten 22,50 Euro. (roe)

www.koelnticket.de

Wann rechnen Sie persönlich denn damit, dass es wieder wie gewohnt losgehen kann?

Wir haben ständig das Infektionsgeschehen und vor allem auch die Auflagen im Blick und arbeiten eng mit der Stadt Köln zusammen. Mit viel Glück gibt es im September vielleicht ein paar neue Auflagen bei stabiler Inzidenz unter 10, die es uns ermöglichen, wieder im Erdgeschoss zu spielen. Das wär wirklich ein Traum für mich. Leider gibt es zurzeit aber auch ein paar Entwicklungen in anderen Ländern, die bei mir ein sehr mulmiges und auch enttäuschtes Gefühl im Bauch hinterlassen. Vielerorts wird derzeit so gehandelt, als sei Corona bereits vergessen. Ich hoffe, wir bekommen das hier mit der kölschen Lockerheit hin, gemeinsam, aber dennoch mit der nötigen Vorsicht Spaß zu haben.

Man sagt ja, es ist wie Fahrrad fahren, das verlernt man nicht mehr – gilt das auch für Sie und Ihre Mitsingkonzerte?

(lacht) Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mir den einen oder anderen Text nochmal anschauen musste. Aus rechtlichen Gründen habe ich bei meinen Livestreams auf Facebook die vergangenen anderthalb Jahre nur eigene Songs gespielt. Das Nachschauen war aber eher nicht wegen der textlichen Inhalte nötig – viele der Lieder habe ich ja mit der Muttermilch aufgesogen –, sondern wegen der Abläufe. Meine Show lebt ja davon, dass ich mich nicht einfach da hinstelle und Lieder singe, sondern da gibt es ja doch gewisse Spannungsbögen und Mitsing-Animationen. Das musste ich mir doch erst nochmal aneignen.

Ist also das erste Mal nach langer Zeit wieder ein wenig Lampenfieber bei Ihnen angesagt?

Ich würde sagen, eine Mischung aus Lampenfieber und Vorfreude. Diese Abende im Gaffel sind einfach ein entscheidender Teil meines Lebens. Die haben mich zu dem gemacht, was ich bin, und sind ein Teil meiner DNA. Für mich ist Lampenfieber aber ohnehin etwas Positives, weil es mir zeigt, dass ich meinen Job immer noch mit Leidenschaft mache.