Abo

Vorsätze für 2026Run auf Kölner Fitness-Studios hat begonnen

4 min
Menschen trainieren auf der Fitnessmesse Fibo an Kraftmaschinen

Langer Weg zum sportlichen Körper: Nur regelmäßiges und häufiges Training zahlt sich aus. 

Fitter werden im neuen Jahr. Das haben sich viele vorgenommen. So könnte es klappen.

„Der Januar ist der verrückteste Monat. Die Leute melden sich massenhaft an. Das geht dann bis Karneval“, sagt Frank Böhme. Der Gründer und Geschäftsführer der führenden Kölner Fitness-Club-Kette Just Fit ist seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Für ihn ist das Phänomen, dass Menschen zu Jahresanfang fitter werden wollen, fast schon so etwas wie ein Naturgesetz. So vertraut ist es ihm. Allerdings weiß Böhme, der im vergangenen Jahr für sein Lebenswerk mit dem Heracles-Award ausgezeichnet wurde, auch, dass eine Anmeldung alleine noch lange nicht reicht, um einen spür- und sichtbaren Effekt zu erreichen.

„In den vergangenen Jahren sind von 100 Leuten, die sich angemeldet haben, etwa 50 bei der Stange geblieben“, hat er festgestellt. Das scheint zwar auf Anhieb nicht viel, ist aber immerhin eine Verbesserung. „Die Tendenz bei den Abbrechern ist sinkend. Die Durchhaltequote ist deutlich gestiegen“, sagt der Rheinländer. Früher seien nur etwa 30 Prozent der Angemeldeten wirklich zu regelmäßigen Sportlerinnen und Sportlern im Studio geworden.

Menschen wollen wohnortnah trainieren

Den Grund für die Steigerung sieht Frank Böhme in einem breiteren Wissen über Gesundheit. „Die Leute sind aufgeklärter und sie sind insgesamt gesundheitsbewusster“, ist seine Beobachtung. Und: Auch die Fitness-Branche ist den Sporttreibenden entgegengekommen. „Nach Corona hat sich das Fitness-Verhalten deutlich geändert. Erreichbarkeit ist bei den Studios das wichtigste“, hat Böhme festgestellt. Mit den „Next Door“-Studios, von denen es derzeit elf in Köln und Umgebung gibt, zahlt sein Unternehmen auf diesen Trend ein. In diesem Jahr sollen mindestens fünf weiter „Next Door“-Studios in Köln entstehen.

Frank Böhme hat die Fitness-Kette „Just Fit“ gegründet

Frank Böhme hat die Fitness-Kette "Just Fit" gegründet

„Die Leute suchen sich ihren Home-Gym, in dem sie dreimal oder öfter in der Woche trainieren. Sie sehen Fitness dann als so normal an wie Zähneputzen“, sagt Böhme. Dass dann keine weiten Wege zurückgelegt werden sollen, versteht sich von selbst. Doch bis für einen Fitness-Neuling das Training so selbstverständlich wie das Zähneputzen geworden ist, vergeht – leider – tüchtig viel Zeit. „Nach etwa sechs Monaten regelmäßigem Training wird das zum Selbstläufer, dann ist das Training im Bio-Rhythmus integriert“, sagt Böhme.

Plädoyer für Personaltrainer

Eine herbe Ernüchterung für all jene, die auf den schnellen und leichten Erfolg hoffen. Und die gibt es auch. Findet zumindest der „Fitness-König“ von Köln. „Es gibt immer noch einen großen Anteil von Menschen, die sich und ihren Körper aufgegeben haben“, ist er überzeugt. Unnötigerweise, findet er. Sein Tipp für alle, die durchhalten wollen: Sie sollten regelmäßig einen Personaltrainer engagieren. „Das kostet zwar etwas, aber es zahlt sich wirklich aus. Der Personaltrainer nimmt die Leute an die Hand und motiviert sie.“

Dem Vorurteil, den Fitness-Studios sei nur an Abos, nicht aber an wirklich trainierenden Mitgliedern gelegen, widerspricht Frank Böhme energisch. „Wir belohnen die Leute, die regelmäßig trainieren, mit einem kostenfreien Monat“, sagt er.

Gleichgesinnte können motivieren

„Wir merken jedes Jahr, dass im Januar und Februar deutlich mehr los ist“, bestätigt auch Lisa Lier, Gründerin des Kölner Barre- und Pilatesunternehmens „Glow Barre“. Der Ansturm halte meist bis Karneval an. Danach folge häufig ein Einbruch: „Das ist wie ein Umschwung, und viele Leute werden krank.“ Dennoch blieben viele auch über diese Phase hinaus dem Sport treu.

Um langfristig motiviert zu bleiben, empfiehlt Lier, eine Sportart zu wählen, die wirklich Freude bereitet. So sinke die Gefahr, frühzeitig aufzugeben. Ebenso wichtig sei es, feste Routinen zu entwickeln und Bewegung fest in den Alltag zu integrieren. „Man muss den Sport oft genug machen, bis er sich etabliert hat“, so Lier.

Diese Gewohnheit bezeichnet die Sportökonomin als „positive Sucht“. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie wirksam Routinen sein können: Sie habe zwei- bis dreimal pro Woche mit dem Joggen begonnen – und so lange durchgehalten, bis ihr etwas fehlte, wenn sie einmal nicht laufen ging. Wer dennoch Schwierigkeiten habe, am Ball zu bleiben, dem rät sie, sich Gleichgesinnte zu suchen: „Es ist immer motivierend, wenn man nicht allein ist.“