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Spezialfahrzeuge im EinsatzWie die Stadt Köln den Wassermangel in den Parks bekämpft

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Ein Gießwagen des Kölner Grünflächenamts mit 2000-Liter-Tank wässert im Beethovenpark junge Pflanzen (Archivbild).

Ein Gießwagen des Kölner Grünflächenamts mit 2000-Liter-Tank wässert im Beethovenpark junge Pflanzen (Archivbild).

Wegen der langanhaltenden Trockenheit sind die Gießfahrzeuge des Kölner Grünflächenamts in den Parks und Grünanlagen im Dauereinsatz.

Wo bleibt der ersehnte Regen? Seit mehr als vier Wochen herrscht extreme Trockenheit in Köln, der Juli könnte der trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Viele Wiesen sind völlig vertrocknet und gelblich-braun verfärbt, der Boden ist steinhart. Der akute Wassermangel lässt viele Pflanzen leiden, die Landwirtschaft rechnet mit massiven Ausfällen bei der Ernte. In den Kölner Parks und Grünanlagen bemüht sich die Stadt nach Kräften, mit Bewässerungsfahrzeugen die Schäden zu begrenzen. „Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen schöpft alle verfügbaren Kapazitäten aus, um den Trockenstress für die Gehölze zu minimieren“, erklärt eine Sprecherin der Stadt Köln auf Anfrage.

Nach dem Hitzejahr 2018 hat das Grünflächenamt seine Fahrzeugflotte  mit Blick auf den steigenden Wasserbedarf angesichts häufiger trockener Sommer erheblich aufgestockt. Um die Bewässerung im gesamten Stadtgebiet sicherzustellen, setzt die Stadt zahlreiche Spezialfahrzeuge und Ausrüstungen ein. Konkret verfügt das Grünflächenamt derzeit über zwei Gießwagen mit je 5000 Litern Fassungsvermögen, drei Gießwagen mit je 2000 Litern Fassungsvermögen sowie 34 Pritschenwagen, die mit mobilen 1000-Liter-Wasserfässern ausgestattet sind.

Jungbäume werden in den ersten fünf Jahren intensiv gewässert

Manche städtische Grünanlagen wie Flora, Botanischer Garten und Rheinpark werden vom Grünflächenamt auch unabhängig von aktuellen Hitze- und Trockenphasen kontinuierlich gewässert. „Insbesondere in den Anzucht- und Schaugewächshäusern ist eine regelmäßige Wasserversorgung zwingend erforderlich, um den wertvollen Pflanzenbestand nachhaltig zu erhalten“, so die Stadtsprecherin.

In Poll wird ein Fußballplatz gewässert.

Nur Sportplätze, wie hier In Poll, werden derzeit noch gewässert, um sie grün und bespielbar zu halten. Normale Wiesen trocknen momentan aus.

Darüber hinaus wässere man „gezielt Jungbäume in Grünanlagen, im Straßenraum und auf Spielplätzen, die sich im vierten und fünften Standjahr nach ihrer Pflanzung befinden“. In den ersten drei Jahren übernehmen das die Fachbetriebe, die die Bäume gepflanzt haben, im Rahmen ihrer vertraglichen Pflichten. Bei extremer Hitze und anhaltender Trockenheit werden die Gießintervalle verkürzt. Ziel sei es dann, „jeden erfassten Jungbaum möglichst einmal wöchentlich zu wässern“.

Auch angelegte Staudenbeete und Schmuckbeete im Stadtgebiet, etwa am Roncalliplatz, am Heinzelmännchenbrunnen, an der Deutzer Brücke und am Kaiser-Wilhelm-Ring, werden regelmäßig mit Wasser versorgt. Bäume erhalten pro Bewässerungsgang – abhängig von den örtlichen Gegebenheiten – 50 bis 100 Liter Wasser, erläutert die Stadtsprecherin. Bei jedem Gießdurchgang würden mindestens 100.000 Liter Wasser verbraucht. Die Mitarbeiter würden zwar nach entsprechenden Gießlisten arbeiten, „sind jedoch geschult, bei ihren Touren auch weitere Bäume auf städtischem Grund spontan mitzuversorgen, wenn diese visuell deutliche Symptome von Trockenstress zeigen“. Vertrocknete Wiesen in den Parks werden hingegen nicht bewässert. Das würde zu viel Wasser kosten, und das Gras erholt sich nach den nächsten längeren Regenfällen ohnehin von selbst. Lediglich Sportwiesen werden gewässert, um sie bespielbar zu halten.

Bürger können Baumpatenschaften übernehmen

Zur Schonung der Trinkwasserreserven nutzt die Stadt Köln nach eigenen Angaben dort, wo es technisch möglich ist, vorrangig Brauch-, Grund- und Zisternenwasser. „In der Flora und dem Botanischen Garten sichern zwei große Zisternenanlagen sowie parkeigene Brunnen die Wasserversorgung umfangreicher Pflanzenareale“, so die Sprecherin. Für die Verteilung im übrigen Stadtgebiet würden die Einsatzfahrzeuge über Standrohre aus dem Hydrantennetz befüllt. „Dies stellt unter den aktuellen Rahmenbedingungen die wirtschaftlichste und logistisch praktikabelste Methode dar, um lange Anfahrtswege der Gießfahrzeuge zu vermeiden.“

Die Stadt Köln appelliert auch in diesem Jahr wieder an die Bürger, bei anhaltender Trockenheit Bäume, Sträucher und Beete in ihrer direkten Nachbarschaft zu wässern. Wer sich nachhaltig für das Stadtgrün einsetzen wolle, könne eine offizielle Baumpatenschaft übernehmen. „Die Stadt Köln unterstützt dieses ehrenamtliche Engagement aktiv: Patinnen und Paten von Straßenbäumen können über die Stadt spezielle Bewässerungssäcke erhalten. Diese werden um den Stamm angebracht und geben das Wasser über Tröpfchenbewässerung langsam und tiefenwirksam an das Wurzelsystem ab.“ Auf der Website der Stadt können sich interessierte Bürger informieren und für eine Patenschaft anmelden.