Ihr Kot ist ein Problem. Weil es in städtischen Grünanlagen zu viele Wildgänse gibt, soll ab diesem Jahr das Ordnungsamt einschreiten – und alle Eier bis auf eines aus den Nestern sammeln.
Wildgänse in KölnWie das Kölner Ordnungsamt zum Familienplaner werden soll

Ungestört vermehren sollen sich Nilgänse bald nicht mehr können in Köln.
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Es sind einfach zu viele in der Stadt. Im Stadtwald, am Volksgarten, aber auch am Aachener Weiher bereiten die Hinterlassenschaften von Wildgänsen Probleme. Nun will die Stadt ab diesem Jahr die Population der Nil- und Kanadagänse beschränken. Die Lösung: ein Gelegemanagement. Dabei sammeln geschulte Mitarbeitende des Ordnungsamtes Eier aus den Nestern der Tiere. Nur eins soll jeweils übrig bleiben.
Düsseldorf hat mit der Methode gute Erfahrungen gemacht
In Düsseldorf wird ein solches Gelegemanagement bereits seit fünf Jahren betrieben und hat nach Auskunft des dortigen Garten-, Friedhofs- und Forstamts Erfolg. Wurden zu Beginn der Maßnahme 2017 im Düsseldorfer Stadtgebiet noch 1364 Kanadagänse gezählt, seien es 2022 nur noch 1168 gewesen. Rund 800 Eier nahmen städtische Mitarbeitende in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr aus den Nestern.
Winfried Toedt vom NABU Stadtverband Köln hält es im Prinzip für richtig, die Population bei den Wildgänsen einzudämmen. „Ich bin für Maßnahmen. Es ist einfach ein Konflikt in der Stadt, wo der Kot der Wildgänse Wiesen verdreckt, die Menschen nutzen“, sagt Toedt. Er verweist darauf, dass durch den Kot auch Gewässer verschmutzt würden.
Problem: Nilgänse nisten auch in der Höhe
Allerdings stellt der Naturschützer auch klar, dass eine Maßnahme wie das Absammeln von Gelege nur dann wirke, wenn sie konsequent über einen längeren Zeitraum durchgeführt werde. Und er sieht ein zusätzliches Problem. „Bei den Nilgänsen ist das Nest allerdings nicht immer am Boden, sondern durchaus auch mal in der Höhe, sodass es schwierig zu erreichen ist“, sagt Toedt. In den Nestern der Wildgänse können sich bis zu zehn Eier befinden. Da sich Nesträuber wie Raben oder Ratten auch an den Eiern bedienen, würde es den Gänsen, nach Einschätzung des Naturschützers, nichts ausmachen, wenn Eier fehlen.
Fütterverbot soll stärker überwacht werden
Ein großes Problem stellen Menschen dar, die die Gänse füttern. Das betont auch die Stadt. Deshalb sollen Mitarbeitende des Ordnungsamtes verstärkt auf Verstöße gegen das Fütterungsverbot achten und dagegen vorgehen. „Füttern ist grundsätzlich schlecht. Auch damit wird die Population erhöht“, sagt Toedt. Die Stadt Köln beabsichtigt zudem, mit geeigneten Maßnahmen die Brutflächen für Wildgänse unattraktiv zu machen. Die Stadt hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, um mithilfe des Landesamts für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) NRW Maßnahmen zur Bestandsreduzierung zu entwickeln. Bei einer Zählung hatten Biologen in Köln an 20 Gewässern 600 Kanada- und 70 Nilgänse gesichtet.
Nilgänse erinnern an eine Mischung zwischen Gans und Ente und sind laut Toedt „individualistischer“ als die größeren Kanadagänse. Diese haben einen schwarzen Hals und gelten als die weltweit am häufigsten vorkommende Gänse. Kanadagänse können sich in großen Gruppen zusammenfinden. (mit dpa)