Köln – „Warum eigentlich nicht“, sagt Klaudia Hornakova und lacht. Dabei ist die Aktion schon ungewöhnlich. Die 38-Jährige steht mitten in ihrer Wohnung und wartet auf die ersten Flohmarktbesucher. Sie hat ihre Privatadresse für diesen Samstag im Internet veröffentlicht, wie auch die etwa 45 weiteren Teilnehmer des ersten Kölner Wohnungsflohmarkts.
Normalerweise empfängt die psychologische Beraterin im Arbeitszimmer ihre Kunden, heute warten zum Beispiel alte Computerlautsprecher, Esoterik-Bücher und vor allem Kleidung auf unbekannte Besucher.
Organisation über App „Rausgegangen“
Hinter der Aktion steht das Start-up Codekarussell, das über seine App „Rausgegangen“ Veranstaltungen in Köln empfiehlt und auch organisiert. „Unsere Community ist perfekt dafür“, erklärt Mitarbeiterin Oksana Geulen im modernen Firmenbüro in Ehrenfeld. Die Nutzer seien interessiert an Second-Hand-Waren und versteckten Orten abseits der festen Pfade.
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Die Hinterhofterrasse des Paares Felix Zündorf (32) und Hannah Nesgen (30) in der City ist so ein Ort. Zusammen mit drei Freunden bieten auch sie vor allem Kleidung an. Sie sitzen in der Sonne und schenken zu leiser Musik Sekt aus. Vor allem junge Leute stöbern herum. „Es läuft ganz gut“, sagt Zündorf. Die Terrasse ist direkt vom Treppenhaus erreichbar. „Wir hätten es auch drinnen gemacht, aber nur wenn es nicht anders gegangen wäre“, erklärt er. „In der Wohnung wäre ein bisschen persönlich“, findet auch Vanessa Grein. Sie hat ihren Flohmarkt ein paar Straßen weiter lieber im Garten errichtet.
Viel los in Ehrenfeld, weniger in Sülz
Die meisten Wohnungen liegen in der Innenstadt und in Ehrenfeld. Dort ist deutlich mehr los als zum Beispiel bei Evita Etzrodt in Sülz. Nur einen Gegenstand kann sie bis zum späten Nachmittag verkaufen. „Ich würde wieder mitmachen“, sagt sie dennoch – die Aktion müsse eben wachsen. Die Resonanz soll entscheiden, ob es eine zweite Auflage geben wird. „So wie bis jetzt das Feedback war, haben wir auf jeden Fall total Lust“, sagt Mitorganisatorin Oksana Geulen.

